Exlibris des Monats Mai 2022 – “Wie in einem Spiegel” von Ferdinand Götz

Exlibris des Monats für Mai 2022
Ferdinand Götz: Eigenexlibris, um 1900, 2-farbiges Klischee

Schriftliche oder mündliche Kontakte geben einem Exlibriskünstler einen Einblick über Vorstellungen und Wünsche, die ein Eigner in einem für ihn geschaffenen individuellen Buchzeichen verwirklicht sehen will. Auch der Schöpfer dieser Kleingrafiken ist meist selbst ein Freund von Büchern, die sich entsprechend seiner Interessen zu einer kleineren oder größeren Sammlung anhäufen. Gestaltet er dafür ein Exlibris, wird er zwangsläufig zu seinem eigenen Auftraggeber. Er muss dann mit sich selbst ins Reine kommen und entscheiden, welches Motiv und welche Einzelheiten für ihn von Bedeutung sind. So entsteht ein sog. Eigenexlibris, Ferdinand Götz macht es nicht nur im Namen deutlich, er fügt noch ein „Exlibris meis“ dazu. Man fühlt sich sofort in die Epoche des Art Nouveau versetzt, die hierzulande als Jugendstil bekannt wurde. Nur wenige Details, aber viel freie Fläche sind hier bestimmende Merkmale: eine glatte Wasserfläche, deren Horizont weit nach oben geschoben ist. Darin ein nach rechts versetzter großer Felsblock, auf dem einsam eine nackte männliche Figur versonnen in den mit goldener Farbe gedruckten Wasserspiegel blickt. Indem er sich gebückt nach vorne lehnt, kann er sein klares Spiegelbild erkennen, wobei die Arme den Kopf abstützen und er eine entspannte Körperhaltung einnehmen kann. Dabei hält er vorsichtig die Füße nahe an der Wasseroberfläche, denn die kleinste Berührung würde die Spiegelung zerstören.
Im Vordergrund sehen wir also das gespiegelte Konterfei, der blanke Fels mit dem darauf Sitzenden bildet den mittleren Bereich, darüber ein schmaler Himmel, der als Hintergrund die Staffelung in die Tiefe abschließt. Durch die goldene Fläche auf der linken Seite werden alle drei Ebenen des Bildes miteinander verbunden.
Warum hat sich Ferdinand Götz diese Szene für ein Eigenexlibris ausgesucht? Ist es das Erkennen, was das eigene Antlitz über den inneren Zustand verrät? Der Künstler hat anstelle eines Selbstbildnisses eine Figur aus der griechischen Mythologie gewählt: Es geht hier um Narciss (lateinisch Narcissus), einen attraktiven jungen Mann, mit dem sich der Künstler in

seinem Eigenexlibris auseinandersetzt. Der römische Dichter Ovid hat in seinen Metamorphosen diese Geschichte umfassend in Hexametern beschrieben. Frauen und Männer begehrten den Goldgelockten, doch der ließ keine Liebe zu. Sein Stolz war so unermesslich groß wie seine Schönheit. Eines Tages beugte er sich über einen Teich, sah darin sein Spiegelbild und verliebte sich sofort darin. Tag und Nacht am Ufer verbleibend, verzweifelte er immer stärker, weil das wundersame Traumbild ihm keine Antwort gab. Beim Versuch, das Bild im Wasser zu küssen, verliert er das Gleichgewicht und ertrinkt. Der Mythos Narciss hat zahlreiche Künstler inspiriert. Das bekannteste Gemälde schuf der berühmte Maler des italienischen Frühbarocks, Michelangelo Merisi, gen. „Caravaggio“. Auch dieses Ölbild zeigt einen jungen Mann, der sein Spiegelbild im Wasser bewundert. Vielleicht hat Ferdinand Götz durch dieses Bild eine Anregung für sein Exlibris meis erfahren.
Eitle und selbstverliebte Zeitgenossen mit arrogantem Auftreten und fehlender Empathie gelten allgemein als Narzissten. In den Medien spricht man schon von einer “Narzissmus-Epidemie”. In allen Schichten unserer Gesellschaft kann man jüngeren und älteren Egozentrikerinnen und Egozentrikern begegnen, sei es im Fernsehen, im Internet oder auf der Straße. In Reality- und Castingshows setzen sie sich mit Visionen als zukünftige Top-Models oder als Welterklärer in Szene. Man findet sie in sozialen Netzwerken, in denen täglich fast 100 Millionen Bilder geteilt werden, unzählige davon mit dem wichtigsten Motiv unseres digitalen Lebens: dem Selfie. Damit hat das Eigenexlibris von Ferdinand Götz nichts zu tun. Es war primär für die eigene Bibliothek gedacht.

Der 1874 in Fürth geborene Ferdinand Götz war Architekt und Kunstmaler und zog 1895 nach München, wo er für die „Meggendorfer Blätter“ und die „Fliegenden Blätter“ als Zeichner und Karikaturist arbeitete. Als „Volljude“ wurde ihm die Mitgliedschaft in der Reichskammer der Bildenden Künste verweigert, weshalb er ab 1936 im Ausland und zuletzt in Paris lebte, wo er 1941, vermutlich durch Suizid, starb.
Narcissus ist auch der wissenschaftliche Name einer Pflanzengattung, die zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) gehört. Man bezeichnet diese auch als Blumen der Eitelkeit und erinnert somit an den mythischen Helden, denn an der Stelle, wo er zu Tode kam, fand man der Überlieferung nach keinen Leichnam, sondern nur diese Blumen mit gelben und weißen Blütenblättern. Sie blühen von Mai bis Mitte Juni und gelten als zerbrechlich und sehr schön. Im Land um Bad Aussee, einer reizvollen Region im Nachbarland Österreich, blüht die weiße sternblütige Narzisse. Jedes Jahr findet dort im Mai das Narzissenfest, das größte Blumenfest des Landes, statt. Die wild wachsenden Blumen schmücken die Blumenwiesen und verwandeln die idyllische Berg- und Seenlandschaft in ein duftendes Blütenmeer. Gelb, weiß, grün – so weit man sehen kann. Somit passt dieses Buchzeichen als „Exlibris des Monats“ besonders gut für den Mai.

Heinz Neumaier

Grafiken aus aller Welt zum 150. Geburtstag von Heinrich Vogeler

Zum 150. Geburtstag des Worpsweder Künstlers Heinrich Vogeler wurde unter der Schirmherrschaft der Deutschen Exlibris-Gesellschaft (DEG) und der Heinrich-Vogeler-Gesellschaft (HVG) sowie mit Unterstützung der Heinrich Vogeler Stiftung Haus im Schluh Worpswede ein Exlibris- und Kleingrafik-Wettbewerb ausgeschrieben und durchgeführt. 

Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt waren aufgerufen sich mit grafischen Arbeiten dem Leben und Werk des Geburtstagskindes zu widmen. Der Zuspruch zu diesem Wettbewerb war groß. Es wurden 100 Arbeiten von 72 Künstlerinnen und Künstlern aus 13 Ländern eingereicht.

In einer großen Bandbreite grafischer Techniken und Stile präsentieren die Arbeiten jeweils individuelle Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk von Heinrich Vogeler. Die jüngste Künstlerin mit 18 Jahren kommt aus Kasachstan, und der älteste Teilnehmer ist 88 Jahre und wohnt in der Nähe von Leipzig.

Die meisten Grafiken wurden aus Deutschland eingereicht, stark vertreten sind auch Künstlerinnen und Künstler aus Italien. Uns erreichten auch Grafiken aus den U.S.A., aus Norwegen, aus Russland, der Ukraine oder der Türkei, um nur einige Länder zu nennen. Vielleicht kann es ein Friedens-zeichen sein, wenn Künstlerinnen und Künstler aus der Ukraine und Russland sich gemeinsam dem Werk Heinrich Vogelers widmen. Eine italienische Grafikerin bezieht sich dazu in ihrer Radierung direkt auf Vogelers Friedens-brief. 

In Kasachstan befasste sich eine Studierendengruppe einer Hochschule für Grafikdesign mit Heinrich Vogeler und lieferte gleich eine ganze Serie von Kleingrafiken. Die betreuende Dozentin schrieb dazu: „Ja, die Studenten und 

Platz 1: Marianna Antonacci, Italien, Exlibris für Stefania Sanasi, Red Aid, C3/col., 2022, 120 x 125 mm

ich haben die Biografie von Heinrich Vogeler gelesen. Wir waren traurig über sein schweres Schicksal und die Tatsache, dass er weit weg von seiner Heimat in Kasachstan starb. Wir studierten seine Arbeit und sahen sein Talent und Können. Wir sind froh, dass wir durch Freunde von dieser Ausstellung erfahren haben und teilnehmen konnten.“

Erfreulich ist die große Anzahl von Grafiken, die in traditionellen Druck-verfahren gefertigt wurden, die auch zu Zeiten Vogelers genutzt wurden. Durchgängig war bei den eingereichten Werken eine hohe gestalterische und technische Qualtät zu erkennen, was die Auswahl für die Jury schwierig machte. Sie prämierte aus den ausgewählten Arbeiten drei Grafiken mit Preisen und hob zwei Arbeiten mit einer besonderen Erwähnung hervor. 

Der erste Preis ging an die Italienische Künstlerin Marianna Antonacci aus Rom. Ihre Radierung trägt den Titel “Red Aid” (Abb. 1). Die Jury wählte die Grafik aufgrund ihrer hervorragenden Komposition aus realistischen Darstellungen und Abstraktionen aus. Sie hob die exzellente Technik der Grafik hervor. Das Bild zeigt viele Stationen aus Vogelers Leben: seine musisch-künstlerische Bildung und seine Selbstkarikatur mit Schottenkappe aus seinem Frühwerk. Aus der frühen Zeit sind sein Windhund und der ausgestopfte Papagei zu sehen, der bei Vogeler im Barkenhoff stand. Für die spätere Periode in Vogelers Leben stehen die Kinder aus der Zeit des Barkenhoffs als Kinderheim der Roten Hilfe und das Puppentheater für das Kollektivistentheater in Odessa. Im Hintergrund stellt ein Fensterbild mit Fabrikgebäuden einen Bezug zu seinen Werken in der Sowjetunion her. Alles in allem eine gelungene Gesamtkomposition.

Auch der zweite Preis ging an eine Italienerin: Carla Fusi aus Florenz nimmt in ihrer Radierung Bezug auf Vogelers Friedensbrief an den Kaiser, der in unseren Tagen wieder sehr aktuell ist (Abb. 2). Auf dem Tisch im Vordergrund liegt der gefaltete Brief, von dem die letzten Zeilen lesbar sind, vor der Offiziersmütze des Briefeschreibers. Das Blatt zeigt symbolisch die Veränderungen in Vogelers Leben: Der Friedensbrief an den Kaiser ist eine einschneidende Aktion, die das Leben des Künstlers radikal verändert. 

Platz 2: Carla Fusi, Italien, "Friedensbrief", C3, 2021, 125 x 95 mm

Links im Bild ranken noch die Rosen des Jugendstils. Der Riss in der Wand deutet auf Vogelers Bruch mit dem alten Leben hin. Die romantische nordische Landschaft mit einem reetgedeckten Bauernhaus spiegelt sich in den Scheiben des geöffneten Fensters in der Bildsprache von Vogelers Komplexbildern.

Der dritte Preis wurde der russischen Künstlerin Ekaterina Kuberskaia aus Sankt Petersburg zugesprochen. Die Lithografie zeigt Vogelers Weg vom Romatiker zum Revolutionär (Abb. 3). Der junge Vogeler ist vor roten Fahnen und den aufständischen Matrosen zu sehen.

Besondere Erwähnungen erfuhren die Grafiken von Katarzyna Handzlik und Carsten Heuer (Abb. 4 und 5), die beide, in unterschiedlicher Drucktechnik, den Barkenhoff zum Thema machen.

Die eingereichten grafischen Arbeiten werden in einem Katalog und in zwei Ausstellungen präsentiert. Zu sehen sind die Blätter vom 20. November 2022 bis März 2023 in Worpswede im Haus im Schluh im Rahmen einer Kabinett-ausstellung, in der auch Exlibris-Grafiken von Heinrich Vogeler zu sehen sein werden. Eine weitere Ausstellung der Werke wird es vom 11. bis 14. Mai 2023 in Paderborn im Hotel WELCOME im Rahmen des Jahrestreffens der Deutschen Exlibris-Gesellschaft geben. 

 

(Siegfried Bresler) 

Platz 3. Ekaterina Kuberskaia, Russland, Exlibris Heinrich Vogeler, L1, 2022, 130 x 100 mm
Besondere Erwähnung: Katarzyna Handzlik, Polen, In memoriam Heinrich Vogeler, CGD, 2022, 105 x 68 mm
Besondere Erwähnung: Carsten Heuer, Deutschland, Barkenhoff, X3, 2021, 130 x 130 mm

Für Marie, Oleksandra, Yulia, Mariana, Mykhailo und viele andere …

Die Deutsche Exlibris-Gesellschaft versteht sich nicht als nationale Organisation im engen Sinn; wir haben Mitglieder aus ca. 20 Ländern – sowohl aus Europa als auch aus Amerika und Asien. Auch unsere Tagungen werden von Exlibris-Interessierten aus vielen Ländern der Welt besucht, unsere Begegnungen und der Austausch mit Menschen aus aller Welt gelten nicht nur dem Sammeln von Exlibris, sondern auch der Verständigung und dem friedlichen Miteinander von Menschen.

Auch auf unserer letzten Zusammenkunft im Oktober letzten Jahres in Haltern am See haben wir uns über die Anwesenheit von Mitgliedern und Künstlern aus anderen Ländern gefreut, unter denen uns ein junger Künstler und vier junge und fröhliche junge Künstlerinnen aus der Ukraine besonders im Gedächtnis geblieben sind, mit denen wir gesprochen, gearbeitet und gefeiert haben und deren Lächeln uns berührt hat.

Und jetzt sind wir alle in großer Sorge darüber, wie es ihnen, ihren Familien und Freunden und allen anderen Bürgern und Bürgerinnen der Ukraine geht.

Die Deutsche Exlibris-Gesellschaft denkt mit viel Freundschaft und Solidarität an ihre Mitglieder in der Ukraine, an die Künstlerinnen und Künstler, die in den letzten Jahren unsere Exlibris-Sammlungen durch viele ungewöhnliche und kreative Arbeiten bereichert haben, sowie an alle anderen Menschen, die jetzt in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen leben oder ihr Land verlassen müssen.

Ulrike Ladnar für den Vorstand und den Beirat der DEG

Marie Plyatsko: Memento Vivere, Exlibris für Ulrike Ladnar, 2019

Nachruf auf Hartmut Polenz

Noch auf der DEG-Tagung im Oktober in Haltern sah man Hartmut Polenz und Heinz Decker in intensivem Gespräch vertieft einträchtig beieinander-sitzen. Nun ist wenige Tage nach dem Tod von Heinz Decker auch Hartmut Polenz seinem längeren schweren Leiden erlegen. Er starb am 7. Dezember 2021 in Hamburg im Alter von 81 Jahren.
Hartmuts große Leidenschaft galt der Altertumsforschung. Er war Privat-dozent und Dr. phil. habil., der u. a. in der Redaktion der Römisch-Germa-nischen Kommission in Frankfurt tätig war und ab 1978 als wissenschaft-licher Referent am Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Münster arbeitete. Für die Vereinigung westfälischer Museen führte er von 1984 bis 1996 die Geschäfte und war von 1996 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2005 ihr Vorsitzender. Danach wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Ver-einigung gewählt. In zahlreichen Schriften teilte er seine Forschungs-ergebnisse mit der historischen Fachwelt und interessierten Laien, vor-nehmlich zur Geschichte und Archäologie der vorrömischen Eisenzeit und der Zeit der Römer und Germanen in Westfalen, besondere Schwerpunkte legte er auf keltische Kultur in Mitteleuropa und keltische Numismatik.
Zu seinen Interessensgebieten zählte aber auch die bildende Kunst, eine Leidenschaft, die er mit seiner Frau Anke Polenz, die er 2003 kennenlernte, teilte. Sie war 2001 in die Deutsche Exlibris-Gesellschaft eingetreten und förderte fast von Beginn an (v. a. jüngere) Exlibriskünstler aus Osteuropa. Und das taten dann beide, spätestens nach Hartmuts Eintritt in die DEG als Partnermitglied, gemeinsam. Die Namen der von ihnen geförderten Künstler und Künstlerinnen reichen von Jaroslav Minář aus Tschechien über Ivan Rusachek aus Belarus bis zu Rajmund Aszkowski aus Polen. Letzterer war es auch, der sie auf weitere polnische Künstler aufmerksam machte, wodurch u. a. eine besondere Verbindung mit Krzysztof Marek Bąk und Katarzyna Handzlik entstand. 
Auf den DEG-Jahrestagungen trat das Ehepaar Polenz (Anke Polenz leitet seit 2014 die DEG-Geschäftsstelle) stets gemeinsam auf, und auch die jährlichen Hamburger Exlibris-Treffen in ihrem Privathaus organisierten beide gemeinsam – als kenntnisreiche Gesprächspartner, freundschaftlich, groß-zügig, hilfsbereit. In seinen Exlibris wird Hartmut Polenz der Exlibriswelt für immer in Erinnerung bleiben.
Wir trauern mit seiner Frau und seiner Familie und fühlen mit ihnen.

(Henry Tauber)

Foto: Klaus Thoms
Jaroslav Minář: Exlibris für Dr. Hartmut Polenz, 2005, Lithografie
Andreas Raub: Exlibris für Dr. Hartmut Polenz, 2012, Radierung

Das 32. Berliner Exlibris-Treffen (bet)

Das 32. Berliner Exlibris-Treffen (bet)

Nach einem Jahr Zwangspause fand am 6. November das Berliner-Exlibris-Treffen – hervorragend organisiert von unserem Mitglied Wolfgang Fiedler – wieder mit ca. 45 Gästen statt. Das Thema der diesjährigen, von Wolfgang Fiedler zusammengestellten Ausstellung, war Birgit Göbel-Stiegler – eine große Sammlerin, die an unsere im letzten Jahr verstorbene ehemalige und langjährige Geschäftsführerin und Trägerin der Walter-von-Zur-Westen-Medaille, die schmerzlich vermisste Birgit Göbel-Stiegler in angemessener

Weise erinnerte. Anwesend waren unser Präsident Dr. Henry Tauber und Birgits drei Kinder Ines, Manon und Gerrit. Ebenfalls anwesend waren die Künstler Falk Geissler, Norbert Salzwedel, Utz Benkel und Elena Kiseleva.
Es war ein besinnlicher, aber auch munterer Tauschtag bei Kaffee und Kuchen, Kartoffelsalat und Bockwürsten. Außerdem wurden zwei neue Mitglieder für die DEG gewonnen: Brigitta Lizinski, Berlin (Wiedereintritt) und Peter-Jörg Preuschoff, Berlin.

Utz Benkel

Foto: Henry Tauber
Erhard Beitz: In memoriam Birgit Goebel-Stiegler, 2020, Kupferstich

Walter-von-Zur-Westen-Medaille 2021 für Ulrike Ladnar

Walter-von-Zur-Westen-Medaille 2021

Wusstest Du eigentlich, dass Du nur 2 Tage vor dem Geburtstag des heute vermutlich erfolgreichsten deutschen Gespensterkrimi-Autoren geboren wurdest? Der heißt Helmut Rellergerd und hat unter dem Pseudonym Jason Dark v. a. Romane der Geisterheftreihe „John Sinclair“ geschrieben, wohl mehr als 2.000 Geschichten. Rellergerd kam am 25. Januar 1945 in Altena-Dahle zur Welt.

Du, liebe Ulrike Ladnar, bist wie gesagt, 2 Tage vor ihm in Baden bei Wien zur Welt gekommen, bist in Bad Mergentheim in Baden-Württemberg aufgewachsen, wo u. a. Eduard Mörike 7 Jahre gelebt hat, hast in Frankfurt am Main Germanistik, Slavistik und Geschichte studiert, bist dann dortgeblieben, wenngleich Du auch immer wieder nach Baden gegangen bist, und wurdest Gymnasiallehrerin und Lehrerausbilderin.

Als solche warst Du Autorin von Schulfunksendungen, hast an Lehrwerken mitgearbeitet, Arbeiten zur Didaktik und Methodik des Deutschunterrichts geschrieben, zahlreiche Unterrichtshilfen verfasst. Und Du hast 5 historische Kriminalromane geschrieben, die im Gmeiner-Verlag und im Nikros Verlag erschienen sind und in Wien, Frankfurt und Süddeutschland spielen.

In diesem Zusammenhang gibt es ein Interview von Dir auf Youtube, aus dem ich mir ein paar Ausschnitte gemerkt habe, z. B. dass Du mit Deinen Schülern ein Abkommen hattest, dass sie ein Buch nicht aus der Hand legen sollten, bevor sie die Seite 30 erreicht hatten, „um dem Autor eine Chance zu geben“. Oder einen Aphorismus von Georg Christoph Lichtenberg, der sinngemäß lautet: „Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, muss das nicht am Buch liegen.“ Oder Deine Antwort auf die Journalistenfrage, was man verpasst, wenn man nicht liest: „Man verpasst, in Muße über das eigene Leben nachzudenken.“

Dass Du eine Femme de lettres bist, davon hat schließlich in besonderem Maße die DEG profitiert durch zahlreiche Schriften zum Exlibris, die Du publiziert hast, z. B. mit Deinem Mann Heinz Decker: über „Bühnen-Bilder. Exlibris rund ums Theater“, das war 2009, ein Jahr darauf über „Exlibris zum Friedrichshagener Dichterkreis“, oder 2020 den Ausstellungskatalog „Water, water everywhere“. Artikel für das DEG-Jahrbuch gehörten dazu, etwa 2004 über „Jüdische Vertreter der Wiener und Prager Moderne und ihre Exlibris“, 2012 mit Heinz über „Josef Sechés Exlibris und Gebrauchsgrafik“ oder 2020 über „Politische Redner als Motiv auf Exlibris“.
Vor allem aber warst Du von 2016 bis 2021 Redakteurin des DEG-Jahrbuchs, die Jahre bis 2020 als Vorstandsmitglied der DEG, und hast das Aushängeschild der Gesellschaft auch noch nach Deinem Ausscheiden aus dem DEG-Vorstand souverän weitergeleitet, in Deine Zeit fallen z. B. die beiden Themenbände über „Komisches und Heiteres im Exlibris“ 2018 und über „Politischen und gesellschaftlichen Wandel“ 2020. Für die „DEG-Mitteilungen“ hast Du seit 2006 eine ganze Reihe von Beiträgen geschrieben, Rezensionen über das Jahrbuch der Gesellschaft der Bibliophilen „Imprimatur“, das ÖEG-Jahrbuch oder über Claudia Karolyis Gedichtband „Ephemera“.

Auch für die Schriften unserer befreundeten Exlibrisvereine in Österreich, also die ÖEG, und in der Schweiz, den SELC, hast Du Beiträge geschrieben, z. B. über „Exlibris von Sofia Maly“ im ÖEG-Jahrbuch 2013–2014, oder über „Exlibris der Lyrikerin Brigitte Fuchs“ und das „Exlibriswerk von Henriette Grimm“ in der Jahresgabe des SELC über „Schweizer Exlibriskünstlerinnen“ 2020–2021. Ebenso für die Mitteilungen der Gesellschaft der Bibliophilen, die „Wandelhalle für Bücherfreunde“, oder die „Marginalien“ der Pirckheimer-Gesellschaft: „Im Geäst der Initialen“ und „Im Gespinst der Bilder“ – „Schrift und Bild im Exlibris, Teil 1 und 2“ 2018, den gleichfalls launigen Titel

Foto: Klaus Thoms

„Hat Mona Lisa Zahnschmerzen ? Bildzitate im modernen Exlibris“ 2019 oder, abermals mit Heinz, „Wenn Bücher vom Himmel regnen – Füllhörner und die Büchse der Pandora als Exlibris-Motive“ 2021. Sehr glücklicherweise hat Dich der DEG-Vorstand 2020 in seinen Beirat berufen, wo Du uns buchstäblich als enge Beraterin zur Seite stehst, wofür Dir die DEG sehr zu danken hat.

Als ich Euch das erste Mal in Frankfurt besucht habe und Dir nach meiner Erinnerung ein Büchlein mitbrachte, hast Du mir gesagt, dass man sowieso mehr Bücher als Blumen verschenken sollte, jedenfalls würdest Du Dich darüber freuen.

 

Nun schenken wir Dir heute keine Blumen, aber auch kein Buch, sondern wir verleihen Dir eine Medaille und eine Urkunde, genauer: die 20. Walter-von-Zur-Westen-Medaille mit der zugehörigen schönen Urkunde von Joke van den Brandt! Und wir hoffen, dass Du Dich auch darüber freust!

Liebe Ulrike, ganz herzlichen Glückwunsch! 

Laudatio, gehalten von Henry Tauber am 23.10.2021 in Haltern am See

PreisträgerInnen des DEG-Wettbewerbs 2021

Nach zweieinhalbjähriger, v. a. coronabedingter Pause konnte die DEG vom 21. bis 24. Oktober erstmals wieder ihre Jahrestagung, diesmal in Haltern am See, abhalten.

Zu den Höhepunkten der Tagung gehört traditionsgemäß die Präsentation der für den Wettbewerb für Exlibris und Gelegenheitsgrafik eingesandten Arbeiten und die Auszeichnung der gewählten SiegerInnen in den einzelnen Kategorien.

Am Wettbewerb 2021 beteiligten sich diesmal 73 KünstlerInnen aus 16 Ländern mit insgesamt 244 Grafiken (220 Exlibris und 24 Gelegenheits-grafiken).

Die Jury (Bert Groeneveld [Antiquar], Bärbel Kieninger [Sammlerin], Ulrike Ladnar [Beirätin], Karl Pellens [Sammler], Oleksandra Sysa [Künstlerin]) sprach folgenden Teilnehmern die Preise in der Kategorie „Bester Künstler“ bzw. „Beste Künstlerin” zu:

Sergey Kirnitzkiy: Exlibris für Anneliese Ostermann, C4+C7, 2021

1. Sergey Kirnitzkiy (UA)
2. Oleg Dergachov (F)
3. Regina Franke (D)

Die Publikumspreise gingen an:

Silvana Martignoni (I) – „Bestes Exlibris“ (für Anke Polenz)

Anna Perekhodko (RUS) – Eigen-PF

Neben den Preisgeldern (300 €, 200 €, 100 €) erhalten die GewinnerInnen auch die von Joke van den Brandt wie immer sehr schön gestalteten Urkunden.

Die DEG freut sich sehr über den großen Anklang, den der Wettbewerb gefunden hat, und gratuliert den PreisträgerInnen ganz herzlich!

Dr. Henry Tauber, für den DEG-Vorstand 

Sergey Kirnitzkiy: Exlibris für Kurt Ostermann, C4+C7, 2021
Oleg Dergachov: Exlibris für Josef Burch, "Skull of Emperor", C3+C5, 2020
Oleg Dergachov: Exlibris für Anke und Hartmut Polenz, "Fantasy Megapolis", C3+C5, 2020
Regina Franke: Exlibris für Smilla, C3, 2021
Regina Franke: Exlibris für Titus, C3, 2021
Silvana Martignoni: Exlibris für Anke Polenz, C3, 2021
Anna Perekhodko: PF 2021, "Year of the Bull", L, 2020

PreisträgerInnen der X. Biennal Internacional d´Ex-Libris „Contratalla 40 Anys“

Die Jury des großen Wettbewerbs X. Biennal Internacional d´Ex-Libris „Contratalla 40 Anys“ in Tarragona (Katalonien) hat ihre Preise vergeben.
Am Wettbewerb beteiligt hatten sich 95 KünstlerInnen aus 25 Ländern mit insgesamt 310 Arbeiten.
Dabei ging der 1. Preis an Lembit Löhmus (Estland), Platz 2 an Ivan Rusachek (Belarus), Platz 3 an Venancio Arribas (Spanien). Der Ehrenpreis der Jury wurde Hristo Kerin (Bulgarien) zugesprochen.
Unter den KünstlerInnen, die „Ehrenhafte Erwähnungen“ erhielten, befinden sich auch vier DEG-Künstlermitglieder: Marianna Antonacci (Italien), Krzysztof Bak (Polen) mit einem Exlibris für Klaus Thoms, Natalija Cernecova (Lettland) sowie Oleg Dergachov (Frankreich). Und auch bei den mit dem Prädikat „Ausgewählte Werke“ geehrten KünstlerInnen sind drei Mitglieder der DEG: Nurgül Arikan (Türkei), Rajmund Aszkowski (Polen) und Katarzyna Handzlik-Bak (gleichfalls Polen).
Die DEG gratuliert ganz herzlich! 

Beitragsbild auf der Startseite:
Lembit Lömus: Exlibris für Johnny Mann, 2019 

(Henry Tauber) 

https://drive.google.com/file/d/1XYqKHyJYkpappyiCPxAPmG-3j_r19xMp/view?fbclid=IwAR3afUzwTZW-HsHwq1_WsoBhOt2k5_14ejB9uvmeB9f7pal9UqxTWT9YanE 

Krzysztof Bak: Exlibris für Klaus Thoms, opus 1823, 2020

Zum Tod von Gordon P. Smith

Aus England erreicht uns die traurige Mitteilung, dass der Sammler Gordon P. Smith im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Anderthalb Jahrzehnte lang (1997–2012) war er ein reges Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, besuchte regelmäßig die DEG-Tagungen, als Sammler ein überaus großzügiger Tauschpartner, der selbst eine exquisite Exlibris-Kollektion mit Blättern prominenter KünstlerInnen besaß, als Auftraggeber ein langmütiger Eigner. Im Rahmen meiner beiden Ausstellungen 2002 und 2004 in der Reihe „Schätze der Exlibriskunst – Exlibris bekannter Künstler“ gehörte er zu den Hauptleihgebern und erwies sich darüber hinaus als wichtiger Ratgeber bei den zugehörigen Recherchen. Gordon war ein distinguierter Gentleman der alten Schule, ausgestattet mit einer gehörigen Portion englischem Humor. Als wir ihn zuletzt 2017 in seinem Haus in Cumbria im nordwestlichen England besuchten, erinnerten wir uns beide lächelnd an eine Begebenheit anlässlich einer der DEG-Tagungen: Am Festabend hatten wir bei (relativ lauter) Begleitmusik zusammengesessen und geplaudert, wobei wir beide mit zunehmender Lautstärke gegen den Dezibel-Pegel der Musik ankämpfen mussten. Nach langer Geduldsphase sagte er schließlich zu mir (auf Englisch): „Henry, können wir uns mal umsetzen? Du redest die ganze Zeit in mein linkes Ohr hinein, damit kann ich aber nicht so gut hören!“ Darauf ich nach einem Lachkrampf: „Gordon, die ganze Zeit redest Du in mein rechtes Ohr hinein, und damit kann ich nicht so gut hören!“ Wir setzten uns also anders herum, wonach es sich wesentlich entspannter reden ließ, und kriegten uns vor Lachen kaum ein. Gordon wird der Exlibrisgemeinde fehlen, aber in seinen Eigen-Exlibris, die viele Sammlungen schmücken, in bester Erinnerung bleiben.

Henry Tauber

Foto: Tomas Ostermann
Peter Velikov (BG)
E. Burne-Jones, Pinx 1868 - Roy Cooney, Sc. 1996

DEG-Jahrbuch 2021

Das neue Jahrbuch bietet einen bunten Strauß von Themen, eine Fülle an Informationen und Abbildungen. Zehn Autoren und Autorinnen haben sich mit je einem speziellen Thema auseinandergesetzt. Ulrike Ladnar vergleicht in ihrem Vorwort ein Exlibris mit einem gleichschenkligen Dreieck. Eine Ecke steht für den Eigner, die zweite für den Künstler und die dritte repräsentiert den Inhalt. Zu allen drei Aspekten sind in diesem Jahrbuch Beiträge zusammengekommen.

Karsten Weber beginnt mit dem Vorstellen von Weltbildern im Kleinformat. Er stellt Bilder und Ansichten vor, welche die Menschen sich von der Welt, in der sie leben, machen. Unsere Weltanschauungen, die verändert und angepasst werden, wenn es darum geht, Unbekanntes wissenschaftlich oder kulturell zu erforschen und zu erklären. Die Astronomie, die Mathematik, die Literatur, die Musik, oder gar Darwins Evolutionstheorie, alle diese Themen sind auch im Exlibris zu entdecken.

Der Theologe Hans Joachim Genge befasst sich mit Marienbildern. Anhand der bekannten Bibelstellen erläutert er die verschiedenen Mariendarstellungen. Wenn die Maria mit dem Kleinkind Jesus, die Schutzmantelmadonna oder die Pietà abgebildet werden, fällt dem Betrachter auf, dass auch im Exlibris die Darstellungen stark von frühchristlichen und byzantinischen Vorbildern beeinflusst sind (Abb. 1).

Abb. 1: Rolf Fleischmann: Exlibris für Dr. Inge Nechwatal, 2005, Kupferstich

Dem Traum vom Fliegen geht Siegfried Bresler auf den Grund. Beginnend bei Dädalus und Ikarus führt der Autor von Leonardo da Vincis Fluggerät von 1480 zu den Ballonflügen der Brüder Montgolfier wie auch zum Zeppelin. Parallel zur Ballonfahrt forschte Otto Lilienthal über Fluggeräte mit Flügeln. Schließlich bauten die Gebrüder Wright Gleitflugzeuge mit Motoren. Der Traum vom Fliegen wurde wahr, bis er im Ersten Weltkrieg zum Alptraum wurde. Dafür steht ein Exlibris mit einem berühmten Kampfpiloten dieses Krieges, dem „Roten Baron“. Mit dem Traum eines weiteren Piloten endet der Bericht, Saint-Exupérys Geschichte vom Kleinen Prinzen.

Die Geschichte des Weins bringt uns Anke Polenz in ihrem Beitrag: Von der Traube ins Fass – in die Flasche – ins Glas näher. Ausführlich beschreibt sie den Weg der Trauben vom Anbau, über die Ernte, zur Gärung in Fass oder Tank, bis zur Abfüllung in Flaschen. Auch das Servieren im passenden Glas wird berücksichtigt, illustriert mit entsprechenden Exlibris. Eine Lektüre, die zum Mitgenießen einlädt.

Klaus Thoms befasst sich mit Monstern und anderen Fabelwesen. Teufel und Hexen zum Beispiel dienten den Menschen als „Sündenböcke“, als Schuldige für Unerklärliches, für Unglück und Unheil. Aber es gibt noch ganz andere Fabelwesen. Der Autor schreibt von Mensch-Tierwesen wie Nixen, Sirenen, Zentauren und dem Minotaurus. Auch reine Tierwesen wie Drache, Hydra und Phönix kommen vor. Selbst Monster wie der Golem, Dr. Caligari und Graf Dracula (Abb. 2) geben sich die Ehre. Bei der Darstellung von Fabelwesen ist die Fantasie der Künstler geweckt, die Auswahl der Exlibris dazu ist vielfältig. 

Heinz Neumaier begibt sich bei seinen Überlegungen zur Sprache und Literatur in Bayern vor allem auf die Spur der Eigner. Er stellt etliche mehr oder weniger bekannte Schriftsteller und Schriftstellerinnen mit Bezug zu Bayern, und ihre Exlibris, vor. Er beginnt bei Jean Paul und endet bei Norbert Göttler. Manche der Kurzbiografien weisen auf beschwerliche Lebensläufe in schwierigen Zeiten hin.

Abb. 2: Paolo Rovegno: Exlibris für Giuliani Carlo, 1997, Aquatintaradierung

Auch Heinz Decker widmet sich den Eignern. Er stellt Sammlerbiografien im Spiegel ihrer Exlibris vor. Dabei befasst er sich mit Franz Adler (1908–1983) und Marco Birnholz (1885–1965). Die Lebensläufe der beiden jüdischen Sammler aus Wien weisen große Parallelen auf. So mussten beide 1938 Österreich fluchtartig verlassen. Beide emigrierten in die USA. Birnholz, der früher Geborene, nahm schon am Ersten Weltkrieg teil und geriet in sibirische Gefangenschaft. Heinz Decker findet und beschreibt aus dem Sammelgut beider Eigner Exlibris mit Hinweisen auf einschneidende, prägende Lebenserfahrungen.

Ursula Müksch bringt uns die zwölf Grafikerinnen aus dem Radierklub Wiener Künstlerinnen, die auch Exlibris hergestellt haben, näher (Abb. 3). Es handelt sich um eine Momentaufnah­me, da immer noch unbekannte Arbeiten dieser Künstlerinnen entdeckt werden können. Der Radierklub Wiener Künstlerinnen wurde 1903 gegründet. Bis 1918 sind seine Aktivitäten nachweisbar.

Gerhard Lutz stellt die Werke seines Großvaters Adolf Kunst vor. Dabei weist er nicht nur auf die über 400 Exlibris hin, die der Künstler in verschiedenen Techniken realisiert hat. Er zeigt auf, wie viel mehr Adolf Kunst geschaffen hat. Auch als Maler von Aquarellen, Ölbildern, als Holzschneider und Lithograf war dieser kreative Schöpfer erfolgreich. Seine Motive fand der gelernte Architekt in der Natur wie auch in der Architektur.

Klaus Rödel erinnert an den Künstler Herbert Stefan Ott, über den er eine kleine Publikation erstellt hatte. Eine weitere, umfangreichere war geplant, konnte aber infolge des Todes von Herbert Ott nicht mehr realisiert werden. Aus diesem Projekt stammen die Originalbeilagen von Herbert Ott. Für eine weitere Beilage, den Nachdruck eines Exlibris von Adolf Kunst, hat sein Enkel die Druckplatte zur Verfügung gestellt. Drei weitere Originale von polnischen Künstlerinnen vervollständigen dieses interessante Jahrbuch.

(Alice Aeberhard)

Abb. 3: Ella Iranyi: Exlibris für Marianne Steinberger. vor 1908, Holzschnitt