Eva Masthoff: Peter Lazarov – in: Graphische Kunst

Eva Masthoff: Peter Lazarov, ein Bulgare in China

Der 1958 in Bulgarien geborene Peter Lazarov gehört zu den besonders weitgereisten zeitgenössischen Grafikern. Zu seinen Stationen gehörten neben Ländern in Europa: Nordamerika, Japan und insbesondere China, das er erstmals 2007 besuchte. Dort verbrachte er auf Einladung der Guanlan Printbase Shenzhen zwischen 2009 und 2011 jeweils zwei Monate als „Artist in Residence“ und lernte dabei bedeutende chinesische Grafiker kennen. In der Folge unterrichtete er acht Jahre lang, bis 2019, am Sichuan Fine Arts Institute Chongqing, wohin er 2021 als Leiter der Holzstichklasse zurück-kehrte. Seine Lehrtätigkeit umfasst Vorträge an Instituten, Schulen (z. B. 2012–2017 an Elite-Hochschulen in Beijing) und Kindergärten. Die hohe Anerkennung seiner Holzstichkunst, mit der auch finanzieller Erfolg einher-geht, veranlasste Lazarov, seinen Lebens- und Schaffensmittelpunkt nach China zu verlegen. Das rührige DEG-Mitglied Nannan Wang, Besitzer einer Galerie für Exlibris und Kleingrafik in Beijing, gehört zu seinen Anhängern und Förderern. 2008 wurde Lazarov übrigens auf dem XXXII. FISAE-Kongress, der damals in Beijng ausgerichtet wurde, von der Kongress-Jury zu einem der zehn weltbesten Exlibriskünstler und Kleingrafiker gewählt.

Auch wenn Lazarov seit zehn Jahren seine „Basis“ in Chongqing hat,
betrachtet er „die Niederlande“ als sein „zweites Heimatland“. Dorthin unterhält er v. a. enge Kontakte zum Centrum voor Prentkunst der Nobilis Stiftung in Fochteloo, wo er ausstellte und Workshops leitete und mit seinem engen Freund Pieter Jonker zusammenarbeitete.

Eva Masthoff stellt den Künstler, der auch zahlreiche Exlibris geschaffen hat, in einem Aufsatz für die Graphische Kunst vor – Eva Masthoff: Peter Lazarov, ein Bulgare in China, in: Graphische Kunst, 1/2021, S. 9-16, mit 11 Abb. 

(Henry Tauber) 

Lazarov – Graphische Kunst – Eva Masthoff

Peter Lazarov: "Jahr des Büffels", Holzstich, 2021, 137 x 110 mm

Wandelhalle für Bücherfreunde – Exlibris für die Tanzgruppe Mary Wigman

Neuer Schwung vor 100 Jahren – Exlibris für die Tanzgruppe Mary Wigman

In der jüngsten Ausgabe der Wandelhalle für Bücherfreunde stellt Elke Schutt-Kehm das Exlibris für die Tanzgruppe Mary Wigman von Otto Lange vor.
Als Gegenentwurf zum klassischen Ballett entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein moderner Kunsttanz, der u. a. durch die Darstellung von Gefühlen gekennzeichnet war. Berühmte Vertreterinnen des später als „Ausdruckstanz“ bezeichneten Kunstform waren etwa Isadora Duncan und Karoline Sofie Marie Wiegmann, die sich ab 1918 Mary Wigman nannte. 1920 eröffnete Wigman eine Tanzschule in Dresden und machte in der Folgezeit durch Tourneen mit ihrer Tanzgruppe den „New German Dance“ weltweit populär.
Das hier präsentierte Bücherzeichen schuf, um 1920/21, der Dresdener Künstler Otto Lange, der u. a. Mitglied der Dresdener Sezession Gruppe 1919 war, „ein abstraktes Exlibris […], das in genialer Einfachheit die Rhythmik der Musik wie der Bewegungsabläufe ins Bildliche transportiert“ [Elke Schutt-Kehm].

No. 8 – Exlibris im Porträt: Neuer Schwung vor 100 Jahren – Exlibris für die Tanzgruppe Mary Wigman, in: Wandelhalle für Bücherfreunde, Frühjahr 2021, hrsg. von Silvia Werfel, München 2021, S. 16 f. 

(Henry Tauber)  

Abbildungsnachweis: Gutenberg-Museum Mainz 

Weiterführende Literatur: Hedwig Müller: Mary Wigman. Leben und Werk der großen Tänzerin, hrsg. von der Akademie der Künste Berlin, Weinheim: Quadriga 1986 und 1992; Angela Rannow/Ralf Stabel (Hrsg.): Mary Wigman, eine Künstlerin in der Zeitenwende, Dresden: Verlag Tanzwissenschaft e.V. 2006 

Ein Sammlerleben in Bildern – Die Exlibris des Dr. Gernot Blum, Bd. 2

Ein Sammlerleben in Bildern – Die Exlibris des Dr. Gernot Blum, Bd. 2

Hrsg. von Daniel Theveßen, BoD 2020 (Schriften des Internationalen Exlibris-Zentrums Mönchengladbach, Bd. 11)
216 S. mit 200 Abb. (Opus 100-299)
89,99 €

Beschreibungstext auf BoD:
„Während in Dr. Gernot Blum, ein Sammlerleben in Bildern, Band 1 die ersten einhundert Exlibris des Sammlers Aufnahme fanden, vereint der vorliegende Band doppelt so viele Exlibris. Ebenso wie beim ersten Band ist ein vorherrschendes Thema der im Folgenden präsentierten Graphiken die Erotik, häufig in Form von Akten. Aber auch der Beruf des Eigners als Arzt bzw. Psychotherapeut wurde von zahlreichen Künstlern originell in Szene gesetzt.“

https://www.bod.de/buchshop/ein-sammlerleben-in-bildern-9783752627688

Hedwig Pauwels für Dr. med. G. Blum, 1987, C3+C5

Eva Masthoff: Petar Chinovsky – in: Graphische Kunst

Seit 2011 wird das Oeuvre des jungen bulgarischen Grafikers und Illustrators Petar Vladimirov Chinovsky weltweit auf zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Anfangs bestand es aus Lithografien, mittlerweile vor allem aus Algraphien. Unter seinen zahlreichen erwähnenswerten Auszeichnungen befindet sich der 1. Preis für Kleingrafik auf der 2. Internationalen Ausstellung „Enter into Art“ in Köln (2016) und eine „Lobende Erwähnung“ auf dem PRIMER SALÓN INTERNACIONAL DE MINIPRINT Y EX-LIBRIS 2012 in Argentinien.

In einem Aufsatz für die Graphische Kunst stellt Eva Masthoff den Künstler vor und legt überzeugend dar, dass es „sich lohnt, sich Zeit und Geduld zu nehmen, um seine immens komplexen, von Mythos und Magie [durchdrungenen] Bilder zu lesen“.

Eva Masthoff: Petar Vladimirov Chinovsky – Graphiker und Illustrator, in: Graphische Kunst, 2/2020, S. 9–15, mit 9 Abb. (v. a. Exlibris). 

Chinovsky – Graphische Kunst – Eva Masthoff

“Wandelhalle für Bücherfreunde” – Exlibris-Beiträge

Es sind gleich drei Artikel in der Wandelhalle, in denen Exlibris eine wichtige Rolle spielen:

Zunächst in der Rubrik Blickpunkt, in der Bernd Gerlach über die Ergebnisse seiner Recherchen zu der bibliophilen Büchersammlerin Lucy Spiegl berichtet. 1982 erstand er in dem Marburger Antiquariat Braun-Elwert (den Ubbelohde-Freunden werden beim Namen Elwert die Glocken klingeln) eine Auswahl der Gedichte Goethes von Cobden-Sanderson, erschienen in der Dover-Press, England während des Ersten Weltkriegs. In diesem Buch fand sich kleiner Stahlstich mit dem Namen Lucy Spiegl, umrahmt von einer Randgirlande. Danach fand Gerlach immer wieder einmal Bücher, in denen das Spiegl-Exlibris befestigt war, „bibliophile, oft sehr berühmte Ausgaben interessanter Texte“. Die Neugierde war geweckt, und der Autor recherchierte Biografisches und Sonstiges zur Eignerin des Bücherzeichens. Lucy von Goldschmidt-Rothschild (1891–1977) war eine Tochter des Frankfurter Bankiers und Kunstmäzens Maximilian von Goldschmidt-Rothschild und seiner Frau Minna geb. von Rothschild, die als „wohlhabendstes Ehepaar

des Kaiserreichs” galten. 1917 heiratete Lucy den österreichischen Diplomaten Edgar von Spiegl. Nach dem (verlorenen) Weltkrieg zog sich das Paar ins Privatleben ins Salzkammergut zurück und baute dort eine wertvolle Sammlung von Volkskunst auf. Edgar von Spiegl starb 1931, Lucy emigrierte nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich in die Schweiz und lebte dort bis zu ihrem Tod in der Nähe des Genfer Sees. Zu den spannendsten Entdeckungen bei seiner weiteren Spurensuche in bibliophilen Buchausgaben gehörten, wie Gerlach erzählt, etwa eine Widmung von Else Lasker-Schüler (die u. a. selbst ein Exlibris auf ihren Namen von Sella Hasse besaß) unter dem Gedicht Versöhnung an „meine asiatische Prinzessin 

Lucie von Goldschmidt-Rothschild zur Verlobung und Glücksewigkeit vom Prinzen Jussuf von Theben“ oder ein Begleitbrief von Rainer Maria Rilke zu einem Hochzeitsgeschenk (dem Westöstlichen Divan), der in einem Auktionskatalog von Sotheby´s abgedruckt ist und in dem der berühmte Dichter u. a. schreibt: „[…] Spiegl weiß von unserer Freundschaft […]“ –
Am Anfang dieser ganz und gar erstaunlichen Entdeckungen stand ein kleines, unscheinbares Bücherzeichen, mit dem der Käufer zunächst nichts anzufangen wusste. Die Geschichte steht geradezu beispielhaft für einen der interessantesten Aspekte in Bezug auf die Bedeutung des Sammelns von Exlibris, nämlich die Provenienzforschung.

In der Rubrik Aus anderen Gesellschaften stellt die Redakteurin der Wandelhalle, Silvia Werfel, das DEG-Jahrbuch 2020 vor, das diesmal unter dem Leitthema Politischer und gesellschaftlicher Wandel steht. Die Autoren spannen einen weiten Bogen u. a. vom Ersten Weltkrieg in der Exlibrisliteratur, über politische Positionen von Exlibriskünstlern wie Heinrich Vogeler, Michel Fingesten und Eduard Winkler sowie Exlibris jenseits des Eisernen Vorhangs und das Motiv des politischen Redners, bis zum unaufhaltsamen Wandel der Frau in der Gesellschaft.
[Siehe dazu auch die Jahrbuch-Rezension von Alice Aeberhard unter https://www.exlibris-deg.de/2020/07/05/deg-jahrbuch-2020/ und den kompletten Artikel Der Frau ihre Kunst und Freiheit von Ursula Müksch unter https://www.exlibris-deg.de/2020/05/18/2020-der-frau-ihre-kunst-und-freiheit/ – beides auf der DEG-Website.]

Als Nr. 7 der Reihe Exlibris im Porträt schließlich stellt Daniel Theveßen ein Blatt von Michel Fingesten für Marco Birnholz vor. Passenderweise lautet der Untertitel Von verfolgten Künstlern und Eignern. Sowohl der hochbedeutende Exlibris-Künstler Michel Fingesten, der mehr als 750 Exlibris geschaffen hat, als auch der gleichfalls bedeutende obsessive Exlibris-Sammler Marco Birnholz flohen – als Juden – vor den Nationalsozialisten, der erste von Deutschland nach Italien, wo er trotzdem interniert wurde und 1943 an den Folgen einer Operation starb, der zweite von Österreich in die USA, wo er noch bis 1965 lebte. Immerhin erhielt Birnholz nach 1950 die Reste seiner von der Gestapo beschlagnahmten Bibliothek und seiner riesigen Exlibris-Kollektion in einer frühen Restitution zurück. Der Autor streift die Ereignisse und beschreibt sodann das Exlibris mit dem Lesenden vor einer Menora und einer Torso-Skulptur. 

Wandelhalle für Bücherfreunde, Herbst 2020, red. von Silvia Werfel M.A., München 2020, 48 S., für Nichtmitglieder 10 Euro (für 2 Ausgaben jährlich)

(Henry Tauber) 

Eros und Thanatos – Die sinnliche und makabre Kunst von Michel Fingesten

Eros e Thanatos – L’arte sensuale e macabra di Michel Fingesten

Eros und Thanatos – Die sinnliche und makabre Kunst von Michel Fingesten

Zur gerade zu Ende gegangenen Ausstellung zum grafischen Werk von Michel Fingesten in Sesto Fiorentino (Italien) ist ein umfangreicher, reich illustrierter Katalog erschienen.
Die einleitenden Aufsätze von Giuseppe Mirabella, Emanuele Bardazzi und Giulia Ballerini beleuchten biografische und künstlerische Aspekte des vielseitigen Grafikkünstlers.
Auch wenn diese Texte in Italienisch geschrieben sind, bieten den Text begleitende Fotografien und Abbildungen von zum Teil unbekannten Werken vielseitige visuelle Informationen.
Im zweiten Teil des Buches werden die Werke der Ausstellung auf fast 200 Seiten mit über 450 Abbildungen dokumentiert.
Selbst Fingesten-Kenner werden in diesem Katalog viel Neues entdecken können.
Dieser in hervorragender Qualität gedruckte Katalog in festem Einband ist schon jetzt ein Referenzwerk zum künstlerischen Werk von Michel Fingesten.

(Siegfried Bresler) 

Zu beziehen ist der Katalog über
ufficiostampa@lasoffittaspaziodellearti.it
– Telefon 0039-335-6136979.

Katalog zum DEG-Wettbewerb für Exlibris und Gelegenheitsgrafik 2020

Katalog zum DEG-Wettbewerb für Exlibris und Gelegenheitsgrafik,
Jahrestagung 2020 in Bad Bramstedt 
(Tagung aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen), 
zusammengestellt von Joachim Schlosser

Nach dem Verzicht auf die früher geltende Teilnahmebedingung, dass entweder der Künstler/die Künstlerin oder der Eigner/die Eignerin Mitglied der DEG sein musste, war erstmals jedermann/jedefrau zur Einreichung von Wettbewerbsarbeiten berechtigt. Dies führte zu einem Anstieg der Wettbewerbsarbeiten gegenüber dem Vorjahr um das Zweieinhalbfache.

Zum Wettbewerb wurden 263 Grafiken (237 Exlibris und 26 Gelegenheitsgrafiken) von 41 KünstlerInnen aus 18 Ländern eingereicht, die alle in diesem Katalog veröffentlicht sind.

Die Preise der Jury für den besten Künstler / die beste Künstlerin (dotiert mit 300 € für Rang 1, 200 € für Rang 2 und jeweils 100 € für Rang 3) gingen an:

     1. Lembit Löhmus (Estland) 
     2. Irina Kozub (Russland)
     3. Mykhailo Drimaylo (Ukraine) und Anna Perekhodko (Russland)

Die Vergabe der Publikumspreise für das „beste Exlibris“ und die „beste Gelegenheitsgrafik“ musste 2020 leider ausfallen.

Der seit nunmehr zehn Jahren regelmäßig erscheinende Katalog dokumentiert den Stand der Dinge in der Exlibriskunst und zeigt u. a. Trends auf, was Inhalte und Techniken anbelangt. Wettbewerb und Katalog bieten sowohl bekannten als auch jungen und aufstrebenden KünstlerInnen eine wirksame Präsentationsbühne. 

Zu beziehen über: Karl Kröger, vizepraesident@exlibris-deg.de

Preis: 10 €

Water, water everywhere …

Ulrike Ladnar/Heinz Decker: Water, water everywhere … 
DIN A4, 2020, 56 S., 206 Abb. 

ISBN 978-3-925300-70-7

Water- water- everywhere

Anlässlich der für 2020 in Bad Bramstedt im meerumschlungenen Schleswig-Holstein geplanten Jahrestagung der Deutschen-Exlibris-Gesellschaft e.V., die wegen der Corona-Pandemie leider ausfallen musste, hatten Ulrike Ladnar und Heinz Decker mit 204 ausgewählten Exlibris sowie einer freien Grafik und einem PF für 1985 eine Ausstellung zum Thema „Water, water, everywhere…“ vorbereitet.

Zugleich ist von den beiden dazu ein von Utz Benkel grafisch gestalteter und im Mehrfarbendruck erschienener gleichnamiger Katalog als Veröffentlichung der DEG vorgelegt worden.

Dem Titel der Ausstellung liegt eine Zeile des Gedichtes „The Rime of the Ancient Mariner“ von Samuel Taylor Coleridge zugrunde: „Alles was auf See gesehen werden und passieren kann, ist im Gedicht enthalten (…) und auch auf Exlibris dargestellt worden“ (so der Hinweis der Verf. in der Einleitung).  Und das wird auch aus dem Inhaltsverzeichnis ersichtlich, das die Fülle der abgebildeten Themen in drei große Abschnitte gliedert: „Meer als realer Raum“, „Meer als Raum der Phantasie“ und „Meer als symbolischer Raum“. Den Schluss bildet ein alphabetisches Verzeichnis der Künstler der über 200 abgebildeten Exlibris, die sich auf einen Zeitraum von „um 1890“ bis „2020“ erstrecken.

 

Die ganze nur denkbare und auf Exlibris dargestellte Palette, die im weitesten Sinne mit Meer in Verbindung gebracht werden kann, wird mit der Vielzahl künstlerischer Ausprägungen bestens vor Augen geführt und mit knappen Textbeiträgen – oftmals humoristisch –  erläutert.

Angesichts der Fülle an Beispielen, die im gesamten Exlibrisbereich vorliegen, kann in dieser Schrift natürlich nur eine kleine Auswahl aus ca. 130 Jahren reger Kunstübung vorgestellt werden. Wer sich eine angenehme Kurzweil verschaffen will, der ziehe sich in eine Leseecke zurück und genieße das schmucke Schmankerl, das wir Ulrike Ladnar, Heinz Decker und Utz Benkel verdanken! Den Dreien ist ein bildhübscher Exlibris-Katalog gelungen.

(Hartmut Polenz) 

Zu beziehen über: Karl Kröger, vizepraesident@exlibris-deg.de

Preis: 10 € 

Arthur Greuell: Exlibris für Robert Prévot, 1922, Radierung, 105 x 140 mm

Kurzer Leitfaden zur Aufbewahrung, Struktur und Inventarisierung von Exlibris-Sammlungen

Daniel Theveßen: Kurzer Leitfaden zur Aufbewahrung, Struktur und Inventarisierung von Exlibris-Sammlungen (Schriften des Internationalen Exlibris-Zentrums Mönchengladbach, Band 10), Oktober 2020

Inhalt

Vorwort

Formale Bedingungen:
Lagerung / Verpackung / Befestigung – Photo-Klebe-Ecken, Klemmtaschen/Selbstklebestreifen, Trägerböden
Aufbewahrungssysteme

Inhaltliche Erschließung:
Sortierformate – Geographisch, Alphabetisch

Sortierformate innerhalb eines Künstlerbestands:
Nach Opus-Nummer, Nach Alphabet

Resümee

24 S., brosch., Titelabb. von Hedwig Pauwels, 8 Textabb.

 

Regelmäßige Ausstellungen ausgewählter Exlibris des Internationalen Exlibris-Zentrums finden ab 2023 wieder in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Mönchengladbach, Carl-Brandts-Haus statt.

Exlibris und Gelegenheitsgrafik unter dem Hakenkreuz

Henry Tauber: Exlibris und Gelegenheitsgrafik unter dem Hakenkreuz
DIN A4, 2020, 68 S., 103 Abb. 
mit englischer Übersetzung von Heinz Decker, 28 S. als Booklet 

ISBN 978-3925300-71-4

75 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur in Deutschland gibt die vorliegende Studie erstmals eine umfassende Übersicht zu Exlibriskunst und Gelegenheitsgrafik im Nationalsozialismus. Ausgehend von Hitlers programmatischer Rede auf der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung in München 1937 wird aufgezeigt, wie willfährig die NS-konformen KünstlerInnen in ihren Werken die künstlerischen Vorstellungen der Nationalsozialisten verwirklichten: in bäuerlicher Darstellung und der Darstellung von Arbeit, Frau, Krieg, Feind, Natur und NS-Symbolen. Zudem werden Exlibris der ranghöchsten NS-Funktionäre vorgestellt. Demgegenüber stehen vergleichsweise wenige Werke für Widerstand und Verfolgung. Ein Epilog über die Zeit unmittelbar nach Ende der Naziherrschaft und eine Liste von Exlibris-KünstlerInnen, die zu NS-Opfern wurden, vervollständigen das Bild der Epoche. 

75 years after the end of the Nazi dictatorship in Germany, the present study for the first time provides a comprehensive overview of bookplate art and occasional graphics under National Socialism. Based on Hitler’s programmatic speech at the first Great German Art Exhibition in Munich in 1937, it is shown how willfully the Nazi-compliant artists realized the artistic ideas of the National Socialists in their works: in peasant representation and the representation of work, women, war, enemy, nature and NS symbols. In addition, bookplates of the highest-ranking NS officials are presented. In contrast, comparatively few works stand for resistance and persecution. An epilogue about the period immediately after the end of Nazi rule and a list of ex-libris artists who became victims of the Nazis complete the picture of the era. 

Zu beziehen über: Joachim Schlosser, archivar@exlibris-deg.de

Preis: 10 €