ADOLF KUNST (1882-1937) paper landscape

Große Adolf-Kunst-Ausstellung im Museo Nazionale della Montagna (Cai-Museum) in Turin. 
5. November 2022 – 2. April 2023 

Eröffnung am 4.11.2022, 18:00 Uhr 

Die Ausstellungssaison 2022 des Museomontagna endet mit der Ausstel-lung, die dem Adolf Kunst Fund gewidmet ist, der mit der Schenkung von 330 Vermögenswerten von den Erben des Künstlers, der Familie Lutz aus Hof, in Deutschland, gegründet wurde. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Stiche, begleitet von dokumentarischem Material (fotografische Porträts von Kunst am Arbeitsplatz und in der Familie, Pressespiegel der Hauptaus-stellungen, einige Publikationen und Artefakte für den privaten Gebrauch).
Der Erwerbungsprozess des deutschen Künstlernachlasses begann 2019 und endete zwischen 2021 und 2022. Es folgte eine Katalogisierungs-, Digitalisierungs- und Studienkampagne, die es ermöglichte, den Fonds online auf dem Kulturerbe-Portal des Italienischen Alpenvereins zugänglich zu machen CAISiDoc.cai.it.
Adolf Kunst wurde 1882 in Regensburg geboren und studierte Architektur in München, wo er 1937 starb, nachdem er lange als Dozent am dortigen Polytechnikum tätig gewesen war. In dieser besonders leidenschaftlichen Saison für mitteleuropäische Gravuren nimmt Kunst einen herausragenden Platz unter den Namen der Grafik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts ein, obwohl seine Werke neben RadierungHolzschnittLithografieLinolschnitt, Holz- und Metalldesign, Öl eine breite Palette von Techniken umfassen Malerei und Aquarell, BleistiftzeichnungDiese Vielseitigkeit spiegelt das Ideal des Gesamtkunstwerks wider, eines Gesamtkunstwerks, das die unterschiedlichen künstlerischen Sparten in sich vereint.

Kunsts künstlerische Schaffensperiode liegt zwischen 1904 und 1936 und weist deutliche Spuren der häufigen Reisen in die Alpen, nach Deutschland, Österreich, Italien, Dalmatien und Frankreich auf. Die Werke – allgemein gekennzeichnet durch die Koexistenz von atmosphärischer Leichtigkeit, Darstellungstiefe und kompositorischer Ausgewogenheit – finden ihren raffiniertesten Ausdruck in der Darstellung natürlicher Umgebungen, insbesondere von Bergansichten und Elementen der alpinen Landschaft.

Die Ausstellung, kuratiert von Daniela Berta, Direktorin des Museums, und Veronica Lisino, Kuratorin des Dokumentationszentrums, soll der Öffent-lichkeit die Vielfalt und Qualität der grafischen Produktion – zweifellos die auffälligste – sowie der Werke, die der Kunst nicht bekannt sind: Ölgemälde, Aquarelle, Artefakte aus verschiedenen Materialien und Zwecken.

Die Ausstellung gliedert sich daher in einen thematischen Pfad, der vom biografischen Profil des Künstlers ausgeht, geprägt von der spirituellen und kulturellen Sensibilität des bayerischen Mittellandes und seiner Schön-heiten. Originalfotoabzüge und -dokumente stellen dann die Lieblingsthemen vor: Berglandschaftenvor allem aber auch botanische Elemente mit frischen und zarten Blumenporträts und alpiner Architektur: Kirchen, Kapellen, traditionelle Häuser. 

In dieser Geschichte werden hauptsächlich grafische Arbeiten ausgestellt (darunter auch kleinere Arbeiten, wie elegante Altpapiere ), aber auch ein Teil der Reiseskizzenbücher , die Stationen an zahlreichen Orten im Alpenbogen beinhalteten; das Handwerkszeug (Malkasten, Spachtel und einige Holz- und Kupferstichmatrizen); einige der illustrierten Alben , die von 1925 bis 1933 das Wachstum der beiden Töchter Gertraud und Irmingart begleiteten, mit Aquarellzeichnungen, die an die schönsten und bedeutsamsten Momente des Familienlebens erinnern, kleinen Rätseln und lustigen Pop-up-Spielen; die Marionettenaus bemaltem Holz, inspiriert von Figuren der volkstümlichen Tradition für die von Kunst selbst geschaffenen Aufführungen im heimischen Theater.

Eine suggestive Multimedia-Installation, kuratiert von auroraMeccanica | Das Narrative Space Studio in Turin animiert – mit einer Mischtechnik aus 2D-Motion-Graphics und Stop-Motion – die auf Papier entstandenen Charaktere und Spiele des deutschen Künstlers. Schließlich ist ein Ausstellungsbereich ganz dem Design gewidmet.

Wenn aus den grafischen Arbeiten ein traditioneller Ansatz hervorgeht, streng in der Komposition, essentiell im Geschmack und äußerst genau im Detail , offenbart der Künstler in den Haushaltsgegenständen und in den Bildern privater Momente eine spielerische und ironische Seele, einen Liebhaber des Lebens .in der Natur noch vor ihrer Darstellung.

Kunsts Weltbild ist immer noch von Romantik und einem Gefühl für das Heilige und Grandiose der Natur inspiriert, aber gleichzeitig ist der Wandel zum Realismus , der zum Naturalismus führt, bereits vorhanden. Seine Arbeiten sind die direkte, noch idealisierte Darstellung der Realität, ohne Zugeständnisse an intimistische Visionen. Die menschliche Figur fehlt in seinen Landschaften fast vollständig: Eine kraftvolle und majestätische Natur verstärkt die Abgeschiedenheit des Menschen, der nicht nur klein in seiner Gegenwart, sondern fast unbedeutend ist.

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog (ita / eng). Der Band enthält – neben dem Text der Kuratoren – den Beitrag von Gerhard Lutz, Enkel des Künstlers und sorgsamer Garant seines künstlerischen Erbes, der eine Reihe von Apparaten mit unveröffentlichten Informationen erstellt hat – das Reiseverzeichnis zum Alpen, Stammbaum und Ausstellungsverzeichnis – und aktuell wie Biographie und Bibliographie. Der Kunsthistoriker Armando Audoli zeichnet einen Überblick über den Kontext, in dem sich Kunst bewegte, mit einer Reihe grundlegender internationaler Referenzen für die Rahmung seines Werks. Cristian Perissinottoist der Verfasser aller Katalog-karten am Ende des Bandes, begleitet von einem Hinweis auf den Kunst-fonds in Bezug auf die Kupferstichkünste, denen Vincenzo Gatti, Kupfer-stecher und Lehrer der Akademie der Bildenden Künste Albertina in Turin, gewidmet ist sein Beitrag zum technischen Studium.

Im Frühjahr 2023 wird die Ausstellung Adolf Kunst anlässlich des 71. Trento Film Festivals in der Kammer für Handel, Industrie, Handwerk und Landwirt-schaft in Trient gezeigt.

WATER, WATER EVERYWHERE …

„WATER, WATER EVERYWHERE…“

 Ausgewählte Exlibris aus der Sammlung Ulrike Ladnar und Heinz Decker zum Thema Meer. Eine Ausstellung in der Stadtteilbibliothek Rheydt

Vom 7. August bis zum 4. September ist in der in der Interkulturellen Familienbibliothek in Rheydt eine Ausstellung mit ausgewählten Exlibris zum Thema Meer zu sehen. Ulrike Ladnar und Heinz Decker haben eine eindrucksvolle Auswahl von künstlerisch hochwertigen Exlibris rund um das Thema Wasser und Meer zusammengestellt. Dem Titel der Ausstellung liegt eine Zeile des Gedichts „The Rime of the Ancient Mariner“ von Samuel Taylor Coleridge zugrunde. Vieles was auf und unter dem Wasser zu sehen und zu erfahren ist, wird auf den Exlibris dargestellt und gezeigt. Gegliedert ist die Ausstellung in drei große Abschnitte: „Das Meer als realer Raum“, Das Meer als Raum der Fantasie und Mythologie“ und „Das Meer als symbolischer Raum”.
Die Ausstellung ist auch eine Hommage an den Ende 2021 verstorbenen Sammler und ehemaligen Vizepräsidenten der Deutschen-Exlibris-Gesellschaft, Heinz Decker. Als Sammler galt sein Interesse überwiegend Bücherzeichen, die Motive aus der Literatur, dem Theater und der Natur zeigen. Daneben verfasste er Fachbücher über Dichterexlibris, Dichterzirkel und eine Geschichte der deutschen Exlibris-Kunst vom Jugendstil bis zur Gegenwart. Ausgewählte Exlibris zu bestimmten Themen stellte er regelmäßig für Ausstellungen in ganz Deutschland zusammen.
Die aktuelle Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Interkulturellen Familienbibliothek Rheydt besucht werden. Der Eintritt ist frei. Es gelten die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen.

kunstvoll | Rheydt stellt aus: 7. August bis 4. September 2022

„WATER, WATER EVERYWHERE…“. Eine Ausstellung mit ausgewählten Exlibris aus der Sammlung Ulrike Ladnar und Heinz Decker zum Thema Meer.

Stadtteilbibliothek Rheydt (Karstadthaus), Am Neumarkt 8. Eintritt frei!Öffnungszeiten Di-Sa 10-18 Uhr + So 13 -17 Uhr

 Infos unter www.stadtbibliothek-mg.de oder 02161/25 82 83.

 

Exlibris aus der Ukraine auf Schloss Burgk

Aus aktuellem Anlass zeigt das Museum Schloss Burgk im Exlibris-Kabinett eine neue Sonderausstellung: “When the guns speak, the muses are silent… Exlibris aus der Ukraine in der Sammlung Museum Schloss Burgk”.
Die Exlibris-Sammlung im Museum Schloss Burgk beherbergt mehr als 2500 Blätter von über 100 Künstlern aus der Ukraine. In der Ausstellung werden 120 Exlibris im Original – vorwiegend Arbeiten der jungen Künstlergeneration – sowie zahlreiche weitere digital gezeigt.
 
 
Der Besuch der Sonderausstellung ist im Museumseintritt inklusive.
Foto: Kupkina, Marina – Exlibris für Helga Becker – 2019. Sammlung Museum Schloß Burgk.

Exlibrissammler der Gegenwart in Frederikshavn – Dr. Hartmut Polenz

In der Ausstellungsreihe „Exlibrissammler der Gegenwart“ präsentiert das Frederikshavn Kunstmuseum & Exlibrissamling vom 26. März bis 4. Juni 2022 Arbeiten, die auf den Namen von Hartmut Polenz entstanden sind.
Zur Ausstellung ist wie üblich ein kleiner Begleitkatalog erschienen: „Dr. Hartmut Polenz / Exlibrissammler der Gegenwart 23“.

Textauszug:
„PD Dr. Hartmut Polenz (geb. 1940) ist im Alter von 81 Jahren am 7.12.2021 in Hamburg gestorben. Er prägte von 1978 bis zu seiner Pensionierung 2005 das Westfälische Landesmuseum für Archäologie in Münster. Hartmut Polenz studierte an der Universität in Gießen und promovierte 1973 über die Funde aus den Gräbern der frühen und älteren Latènezeit im Rhein-Main-Gebiet. […]
Im Jahr 1982 habilitierte sich Hartmut Polenz an der Universität Marburg mit einer Arbeit zu Münzen in latènezeitlichen Gräbern Mitteleuropas aus der Zeit zwischen 300 und 50 v. Chr., die für numismatische Fragestellungen zu einem grundlegenden Nachschlagewerk geworden ist. Als Privatdozent vertrat Polenz zeitweise die Lehrstühle in Gießen (SS 1979) und Kiel (WS 1982/83). […]
Von 1996 bis 2005 war er […] Vorsitzender [der Vereinigung westfälischer Museen], seither Ehrenvorsitzender. […]
Nach seiner Pensionierung wurde er Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft und förderte vor allem junge Künstlerinnen und Künstler aus Osteuropa.“

(Henry Tauber)

Elfriede Weidenhaus: "Antiken", 2017, C3
Andreas Raub: Münster, 2013, C3
Oleg Dergachov: "Fanatsy Megapolis", 2020, C3
Harry Jürgens: "In Memoriam Dr. Hartmut Polenz", 2022, C3
Krzysztof Bąk: "In Memoriam Hartmut Polenz", CGD

Josef Werner – Poesie des Augenblicks

 

Josef Werner – Poesie des Augenblicks Zeichnung, Radierung, Skulptur
13.11.2021 – 09.01.2022

Galerie Stoetzel-Tiedt
Abzuchtstr. 4 
38460 Goslar 

Josef Werner – Goslar – Einladung PDF

 

„HOCHMUT - DEMUT“ Radierung, Bild 44 x 62 cm, Papier 60 x 80 cm Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie - Purgatorio, 11. - 12. Gesang Im 1. Kreis büßen die Stolzen und Hochmütigen. Dante und sein Begleiter Vergil sehen die Büßer, die gebückt mit schweren Steinen beladen, die mythologischen Zeichen für Stolz und Demut studieren.
„VERFÜHRER“ Radierung, Bild 62 x 44 cm, Papier 80 x 60 cm Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie - Inferno, 18. Gesang Im 8. Höllenkreis, im 2.Graben, büßen die Kuppler und Verführer. Dante erkennt einen der zu ihm sagt: “Hier unten hin haben mich die Schmeicheleien getaucht, an denen meine Zunge sich nie übernahm“.
„WUT“ Radierung, Bild 44 x 62 cm, Papier 60 x 80 cm Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie - Inferno, 8. Gesang Im 5. Höllenkreis büßen die Jähzornigen. Wütend attackiert einer von ihnen Dante.

Birgit Göbel-Stiegler – eine große Sammlerin

Ausstellung: In Memoriam Birgit Göbel – eine große Sammlerin 

anlässlich des 32. Berliner Exlibris-Treffens 

im RUDI-Nachbarschaftszentrum Berlin, Modersohnstr. 55, 10245 Berlin 

Eröffnung am Sonnabend, 6. November 2021, 12:00 Uhr 

Dauer: 6. November bis 3. Dezember 2021 

Die Ausstellung erinnert an die langjährige Leiterin der DEG-Geschäftsstelle (1996 – 2014) Birgit Göbel-Stiegler, die 2020 im Alter von 75 Jahren verstarb.  

Exlibrissammler der Gegenwart in Frederikshavn – Christian Krätz

Das Frederikshavn Kunstmuseum in Dänemark stellt in der Zeit vom 28.08.21 bis 16.10.21 in der Reihe Exlibrissammler der Gegenwart Blätter des deutschen Sammlers Christian Krätz aus. 

1943 in der Nähe von Trier geboren, bis zum 12. Lebensjahr Halbwaise, danach Vollwaise, hatte Krätz früh den Wunsch, katholischer Theologe zu werden, was von einem Dorfpfarrer unterstützt wurde. So blieb er vom Waisenhaus verschont und konnte als Zögling eines bischöflichen Konvikts in Trier 1964 das Abitur machen. Weil ihm der Zölibat im Weg stand, verzichtete er auf ein Studium und wurde Finanzbeamter, Vater von zwei Töchtern, Großvater von vier Enkelkindern und mittlerweile Urgroßvater.

Gemeinsam mit seiner Frau begann er schon früh, Bücher, Grafiken und Gemälde zu sammeln, entdeckte bald auch illustrierte Literatur als Sammelgebiet und stieß dabei auf viele Illustrationen von Max Liebermann bis zu Elfriede Weidenhaus. In Antiquariaten und auf Buchmärkten fand er schließlich die Exlibris von Rudolf Koch, die ihn faszinierten. Und so baute er seine Exlibrissammlung auf, die zunächst überschaubar blieb, weil er als junger Beamter mit Familie noch nicht genügend Geld hatte, um so richtig „zuzulangen“. Dennoch kamen Exemplare von Jens Rusch, Franz von Bayros und Emil Orlik hinzu. Eingespannt in seinem Beruf als Steuerfahnder, fand er eine Zeitlang wenig Muße für seine Leidenschaft. Um seinen 50. Geburtstag herum entstand dann das erste Exlibris auf seinen Namen, ein Werk von Elfriede Weidenhaus.

Elfreide Weidenhaus, Radierung

In Viersen, wohin er von Düsseldorf aus 1994 zog, lernte er Dr. Leo Fiethen kennen, einen guten Freund von Elfriede Weidenhaus (den er – viel später – für die DEG anwerben konnte) und über diesen auch Elfriede Weidenhaus selbst. 

Während eines Büchermarkt-Besuchs in Kleve traf das Ehepaar Krätz den damaligen DEG-Präsidenten Klaus Thoms, was schließlich zum Eintritt Christian Krätzs in die DEG führte. In der Folge lernte das Sammlerpaar viele Sammler und Künstler kennen. Darunter Andreas Raub, Harry Jürgens und Hedwig Pauwels als Künstler sowie Birgit Göbel-Stiegler, Klaus Rödel, Karl Kröger und H. J. Kretz als Sammler. 

Zu den bevorzugten Motiven wurden Madonnen, Christus, St. Franziskus, religiöse Themen, Uhus (weil Christian Krätz der weltweiten Schlaraffia angehört) und die Antike; aber auch Exlibris der bereits genannten Künstler sowie „ausdrucksstarke“ Exlibris, die gerne auch leicht erotisch sein können, aber nicht pornografisch. 

Als Claus Wittal sein Amt als Schatzmeister aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, übernahm Christian Krätz diese Aufgabe, bis er aus den gleichen Gründen nach einigen Jahren das Amt an Elena Deeken abgab. 

Die Zahl seiner Eigenexlibris beträgt zurzeit 55 (das 56. Exemplar ist bei Andreas Raub in Arbeit), die Anzahl seiner gesammelten Exlibris ist mit ca. 3.500 Stück noch nicht so hoch, aber, so Krätz, „sie kann ja noch höher werden …“. 

Henry Tauber  

(Beitragsbild: Hermann Naumann, Punzenstich, 2012)

Frank Eißner, Holzschnitt, 2015