In Memoriam David Bekker

Wieder haben wir im Kreis der Freunde des Exlibris einen guten Freund und hervorragenden Künstler verloren: David Bekker aus Odessa. Er ist für viele – vor allem etwas ältere – Sammler ein Begriff für gediegenes künstlerisches Handwerk und gelungene Exlibris.
David Bekker lernte ich Mitte der 70er Jahre über den ebenfalls in Odessa lebenden Sammler Boris Lewych kennen und bereits 1978 erhielt ich mein erstes Exlibris von ihm, gefolgt im Laufe der Jahre von vier anderen.
David J. Bekker, der am 24. Januar 1940 in Odessa geboren wurde, studierte an der dortigen Malerschule und schloss seine Ausbildung 1966 am Künstlerinstitut in Charkow ab. Obwohl er Lithografien und Linolschnitte geschaffen hat, liegt das Hauptgewicht seiner Exlibris innerhalb der Radierung in den verschiedensten Variationen. Seine Arbeiten wurden auf unzähligen Ausstellungen gezeigt und er hat viele Auszeichnungen erhalten, sowohl national als auch international, nicht zuletzt auf den Biennalen in Malbork, wo wir uns auch persönlich kennenlernten.
Im Jahrbuch 1983 schrieb Herbert Ott über die Arbeit von David Bekker u. a.: „Die Exlibriskunst steht für Bekker nicht am Rande seines Schaffens; sie hat für ihn vielmehr den gleichen Stellenwert wie die Tafelmalerei oder die Porträtkunst, wenn er sich auch hauptsächlich als Maler versteht und in dieser Eigenschaft eine Reihe von Landschaftsbildern und Monumental-malereien in öffentlichen Bauten geschaffen hat.“
David Bekker starb am 4. März 2022. Die Exlibris-Welt hat mit ihm einen ihrer besten Vertreter verloren und wir einen guten Freund, den wir in Erinnerung behalten werden.

Klaus Rödel

Exlibris für Paul G. Becker, 2002
Exlibris für Klaus Rödel, 1999

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