PreisträgerInnen des DEG-Wettbewerbs 2021

Nach zweieinhalbjähriger, v. a. coronabedingter Pause konnte die DEG vom 21. bis 24. Oktober erstmals wieder ihre Jahrestagung, diesmal in Haltern am See, abhalten.

Zu den Höhepunkten der Tagung gehört traditionsgemäß die Präsentation der für den Wettbewerb für Exlibris und Gelegenheitsgrafik eingesandten Arbeiten und die Auszeichnung der gewählten SiegerInnen in den einzelnen Kategorien.

Am Wettbewerb 2021 beteiligten sich diesmal 73 KünstlerInnen aus 16 Ländern mit insgesamt 244 Grafiken (220 Exlibris und 24 Gelegenheits-grafiken).

Die Jury (Bert Groeneveld [Antiquar], Bärbel Kieninger [Sammlerin], Ulrike Ladnar [Beirätin], Karl Pellens [Sammler], Oleksandra Sysa [Künstlerin]) sprach folgenden Teilnehmern die Preise in der Kategorie „Bester Künstler“ bzw. „Beste Künstlerin” zu:

Sergey Kirnitzkiy: Exlibris für Anneliese Ostermann, C4+C7, 2021

1. Sergey Kirnitzkiy (UA)
2. Oleg Dergachov (F)
3. Regina Franke (D)

Die Publikumspreise gingen an:

Silvana Martignoni (I) – „Bestes Exlibris“ (für Anke Polenz)

Anna Perekhodko (RUS) – Eigen-PF

Neben den Preisgeldern (300 €, 200 €, 100 €) erhalten die GewinnerInnen auch die von Joke van den Brandt wie immer sehr schön gestalteten Urkunden.

Die DEG freut sich sehr über den großen Anklang, den der Wettbewerb gefunden hat, und gratuliert den PreisträgerInnen ganz herzlich!

Dr. Henry Tauber, für den DEG-Vorstand 

Sergey Kirnitzkiy: Exlibris für Kurt Ostermann, C4+C7, 2021
Oleg Dergachov: Exlibris für Josef Burch, "Skull of Emperor", C3+C5, 2020
Oleg Dergachov: Exlibris für Anke und Hartmut Polenz, "Fantasy Megapolis", C3+C5, 2020
Regina Franke: Exlibris für Smilla, C3, 2021
Regina Franke: Exlibris für Titus, C3, 2021
Silvana Martignoni: Exlibris für Anke Polenz, C3, 2021
Anna Perekhodko: PF 2021, "Year of the Bull", L, 2020

PreisträgerInnen der X. Biennal Internacional d´Ex-Libris „Contratalla 40 Anys“

Die Jury des großen Wettbewerbs X. Biennal Internacional d´Ex-Libris „Contratalla 40 Anys“ in Tarragona (Katalonien) hat ihre Preise vergeben.
Am Wettbewerb beteiligt hatten sich 95 KünstlerInnen aus 25 Ländern mit insgesamt 310 Arbeiten.
Dabei ging der 1. Preis an Lembit Löhmus (Estland), Platz 2 an Ivan Rusachek (Belarus), Platz 3 an Venancio Arribas (Spanien). Der Ehrenpreis der Jury wurde Hristo Kerin (Bulgarien) zugesprochen.
Unter den KünstlerInnen, die „Ehrenhafte Erwähnungen“ erhielten, befinden sich auch vier DEG-Künstlermitglieder: Marianna Antonacci (Italien), Krzysztof Bak (Polen) mit einem Exlibris für Klaus Thoms, Natalija Cernecova (Lettland) sowie Oleg Dergachov (Frankreich). Und auch bei den mit dem Prädikat „Ausgewählte Werke“ geehrten KünstlerInnen sind drei Mitglieder der DEG: Nurgül Arikan (Türkei), Rajmund Aszkowski (Polen) und Katarzyna Handzlik-Bak (gleichfalls Polen).
Die DEG gratuliert ganz herzlich! 

Beitragsbild auf der Startseite:
Lembit Lömus: Exlibris für Johnny Mann, 2019 

(Henry Tauber) 

https://drive.google.com/file/d/1XYqKHyJYkpappyiCPxAPmG-3j_r19xMp/view?fbclid=IwAR3afUzwTZW-HsHwq1_WsoBhOt2k5_14ejB9uvmeB9f7pal9UqxTWT9YanE 

Krzysztof Bak: Exlibris für Klaus Thoms, opus 1823, 2020

Zum Tod von Gordon P. Smith

Aus England erreicht uns die traurige Mitteilung, dass der Sammler Gordon P. Smith im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Anderthalb Jahrzehnte lang (1997–2012) war er ein reges Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, besuchte regelmäßig die DEG-Tagungen, als Sammler ein überaus großzügiger Tauschpartner, der selbst eine exquisite Exlibris-Kollektion mit Blättern prominenter KünstlerInnen besaß, als Auftraggeber ein langmütiger Eigner. Im Rahmen meiner beiden Ausstellungen 2002 und 2004 in der Reihe „Schätze der Exlibriskunst – Exlibris bekannter Künstler“ gehörte er zu den Hauptleihgebern und erwies sich darüber hinaus als wichtiger Ratgeber bei den zugehörigen Recherchen. Gordon war ein distinguierter Gentleman der alten Schule, ausgestattet mit einer gehörigen Portion englischem Humor. Als wir ihn zuletzt 2017 in seinem Haus in Cumbria im nordwestlichen England besuchten, erinnerten wir uns beide lächelnd an eine Begebenheit anlässlich einer der DEG-Tagungen: Am Festabend hatten wir bei (relativ lauter) Begleitmusik zusammengesessen und geplaudert, wobei wir beide mit zunehmender Lautstärke gegen den Dezibel-Pegel der Musik ankämpfen mussten. Nach langer Geduldsphase sagte er schließlich zu mir (auf Englisch): „Henry, können wir uns mal umsetzen? Du redest die ganze Zeit in mein linkes Ohr hinein, damit kann ich aber nicht so gut hören!“ Darauf ich nach einem Lachkrampf: „Gordon, die ganze Zeit redest Du in mein rechtes Ohr hinein, und damit kann ich nicht so gut hören!“ Wir setzten uns also anders herum, wonach es sich wesentlich entspannter reden ließ, und kriegten uns vor Lachen kaum ein. Gordon wird der Exlibrisgemeinde fehlen, aber in seinen Eigen-Exlibris, die viele Sammlungen schmücken, in bester Erinnerung bleiben.

Henry Tauber

Foto: Tomas Ostermann
Peter Velikov (BG)
E. Burne-Jones, Pinx 1868 - Roy Cooney, Sc. 1996

Birgit Göbel-Stiegler – eine große Sammlerin

Ausstellung: In Memoriam Birgit Göbel – eine große Sammlerin 

anlässlich des 32. Berliner Exlibris-Treffens 

im RUDI-Nachbarschaftszentrum Berlin, Modersohnstr. 55, 10245 Berlin 

Eröffnung am Sonnabend, 6. November 2021, 12:00 Uhr 

Dauer: 6. November bis 3. Dezember 2021 

Die Ausstellung erinnert an die langjährige Leiterin der DEG-Geschäftsstelle (1996 – 2014) Birgit Göbel-Stiegler, die 2020 im Alter von 75 Jahren verstarb.  

Exlibris des Monats Oktober 2021 – Nurgül Arikan: Exlibris der DEG

Nurgül Arikan: Exlibris für die Deutsche Exlibris-Gesellschaft, CGD, 2020

Die Leser und Leserinnen, die Mitglieder der Deutschen Exlibris-Gesellschaft sind, kennen die als Exlibris des Monats Oktober ausgewählte Grafik von Nurgül Arikan als Originalbeilage aus dem DEG-Jahrbuch 2021. Sie ist im Jahr 2020 entstanden, nachdem im Mai die Exlibristagung 2020 in Bad Bramstedt abgesagt werden musste. Als Thema für das Exlibris wurde zu-nächst recht vage ein Rahmen vorgegeben: Exlibris-SammlerInnen weltweit.

Auf Nurgül Arikans zweigeteiltem Blatt schimmert in der oberen Hälfte die Welt als helle türkis-blaue Erdkarte durch einen in verschiedenen Blautönen changierenden Himmel, in dem man Wolken, Flüsse, Meere, Berge, Wälder und Bäume wahrnehmen kann, wenn man seiner Fantasie freien Lauf lässt – die Schönheit dieser Welt also. So farbig und verlockend das alles auch ist, es bleibt hermetisch verschlossen, denn die vielen Personen, die sich farbenfroh in der unteren Bildhälfte tummeln, können nur davorstehen, wie vor einem bemalten Eisernen Vorhang im Theater, die Welt dahinter ist geschlossen, eine Welt im Lock-down, wie wir es zu bezeichnen gelernt haben.

Die Personen vor dem geschlossenen Eisernen Vorhang werfen lange Schatten, die in verschiedene Richtungen fallen, als hätte der Sonnenstand seine orientierende Funktion verloren. Und sie stehen bis auf ein zweimal auftauchendes Paar, das sich an den Händen hält, einsam da, im Abstand zueinander: Eineinhalb Meter werden es wohl sein. Auch das haben wir gelernt. So warten sie – darauf, dass sie sich wieder in die Welt begeben können.

Nurgül Arikan hat die Eignerbezeichnung – Deutsche Exlibris-Gesellschaft – in den oberen Bildteil integriert. Man sieht dadurch, dass den Exlibris-Sammlern und -Sammlerinnen der ganzen Welt wie alles andere auch der Zugang zueinander versperrt war, d. h. dass übliche jährliche Zusammen-treffen und der Austausch mit anderen gleichgesinnten Menschen nicht stattfinden konnten.

Die Künstlerin hat zum Zeitpunkt des Entstehens des Blattes so wenig wie wir alle gewusst, wie lange die Situation andauern würde. Die Exlibristagung 2020 in Bad Bramstedt wurde ja zunächst auf den Herbst 2020 verschoben, dann noch weitere Male: nämlich vom Herbst 2020 auf den Mai 2021 und dann weiter auf den Herbst 2021. Und nun – im Oktober 2021 – wird sie, wie es derzeit aussieht, tatsächlich stattfinden. Zweieinhalb Jahre lang ist die letzte Tagung, 2019 in Wetzlar, nun her. Eine lange Zeit.

Und so wird sich der Vorhang der DEG wieder öffnen, und man kann sich vorstellen, wie die kleinen Personen auf dem Exlibris von Nurgül Arikan sich schnell und zielstrebig in Bewegung setzen, um sich dahinter zu treffen, mit-einander die letzten 30 Monate Revue passieren zu lassen und zu feiern. Und natürlich auch – um Exlibris zu betrachten, zu vergleichen und zu tauschen!

Ulrike Ladnar