Gesucht wird …

Im Zusammenhang mit systematischen Provenienzrecherchen zu Verdachtsfällen von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut in den Beständen der Klassik Stiftung Weimar überprüfen wir auch die Erwerbungen der Thüringischen Landesbibliothek, der größten Vorgängereinrichtung der heutigen Herzogin Anna Amalia Bibliothek, im Zeitraum 1933-1945.

Dabei sind wir auf eine Reihe von Exlibris gestoßen, deren Urheber bzw. vormalige Eigentümer wir nicht eindeutig identifizieren können. Zu einigen haben wir infolge der Recherchen bereits unbestätigte Vermutungen. 

Zu den Blättern gehört z. B. das Exlibris Felix Jacoby  

Relativ wahrscheinlich handelt es sich um Felix Jacoby (* 19. März 1876 in Magdeburg; † 10. November 1959 in Berlin), deutscher Klassischer Philologe (=passend zur Gestaltung [Athene] und dem latinisierten Namen auf dem Exlibris).
Der Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums wurde bereits geprüft; nur im Fall Carstens ergeben sich offenbar einige Informationen. Dabei ist unklar, um wen es sich bei „B. Frie-Gade“ handelt.

Senden Sie bitte mögliche Hinweise an: 

Dr. Sebastian Schlegel
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Provenienzforschung

Klassik Stiftung Weimar
03 Stabsreferat Forschung / Kolleg Friedrich Nietzsche
Burgplatz 4, 99423 Weimar | PF 2012, 99401 Weimar

Telefon +49 3643 545-452 | Telefax +49 3643 545-454|
E-Mail sebastian.schlegel@klassik-stiftung.de 

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Dabei sind wir auf eine Reihe von Exlibris gestoßen, deren Urheber bzw. vormalige Eigentümer wir nicht eindeutig identifizieren können. Zu einigen haben wir infolge der Recherchen bereits unbestätigte Vermutungen. 

Zu den Blättern gehört z. B. das Exlibris Dr. Konrad Höfer 

Möglicherweise handelt es sich um Oberstudiendirektor Dr. Conrad Höfer (1872-1947), Pädagoge, Kunsthistoriker, Schriftsteller, Sammler, Eisenach, Marienstr. 50; zeitweilig in Weimar, im und nach dem 2. WK in Coburg; Mitglied der Gesellschaft der Bibliophilen. Allerdings ist das das einzige bisher identifizierte Höfer-Exlibris. In mehreren Objekten findet sich stattdessen ein Stempel mit der Schreibweise „Conrad Höfer“; das Exlibris selbst weist weder Bezüge zu Coburg noch zu Eisenach auf. Anfragen im Staatsarchiv und der Landesbibliothek Coburg, wo der Nachlass Conrad Höfers aufbewahrt wird, ergaben keine Hinweise auf ein solches Exlibris.

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Zu den Blättern gehört z. B. das Exlibris Landauer 

Das Wappen im Exlibris verweist auf das Familienwappen der Nürnberger Kaufmannsfamilie Landauer; vermutlich geht es um einen bayerischen/
fränkischen Landauer.

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Zu den Blättern gehört z. B. das Exlibris Carstens 

Möglicherweise handelt es sich um Moritz Carstens (geboren als Moritz Cohn 13.11.1863 in Berlin – 12.04.1941 in Gouda, NL), Justizrat, Rechtsanwalt und Notar in Cottbus und Bibliophiler  – eindeutiger Zusammenhang zw. Exlibris und Moritz Carstens kann jedoch noch nicht hergestellt werden (jedoch naheliegend: Motiv Schwurhand auf Buch – Beruf Jurist)

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Dabei sind wir auf eine Reihe von Exlibris gestoßen, deren Urheber bzw. vormalige Eigentümer wir nicht eindeutig identifizieren können. Zu einigen haben wir infolge der Recherchen bereits unbestätigte Vermutungen. 

Zu den Blättern gehört z. B. das Exlibris Helene Hoffmann 

Möglicherweise handelt es sich um die Schauspielerin und Soubrette Helene Rietz, geb. Hoffmann (1846-1923). Dabei ist fraglich, ob das Exlibris dieser Helene Hoffmann zugeordnet werden kann, denn 1912 (geschaffen durch Walter Zeising) war die Schauspielerin und Sängerin bereits verheiratet und keine junge Frau mehr (s. Motiv), zudem stellt sich die Frage nach dem Bezug zum mecklenburgischen Stier auf dem Exlibris; die Notenfolge bietet ebenfalls keine näheren Hinweise. 

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Exlibris des Monats September 2021 – Frank Eißner: Lesen, welch Glück!

Exlibris des Monats September 2021 – Frank Eißner: Exlibris für Brigitta Lizinski, 2011, Holzschnitt

Der September ist ein Monat zwischen noch und bald. – Noch ist Sommer, noch sind die Bäume grün, die Sonne steht hoch und es ist heiß. Bald aber wird Herbst sein, die Blätter der Bäume werden langsam bunt werden, die Tage schnell kürzer und die Abende früher dunkel und kälter. Noch verbringt man viele Tage am Meer oder im Park oder im Garten, aber bald wird man wieder häufiger zuhause in seiner Wohnung sein.

Meine Suche nach einem Exlibris, das zu diesem Zwischenmonat, diesem Übergangsmonat passt, war nicht erfolgreich. Wunderbare Sommer-Exlibris habe ich gefunden, auch stimmungsvolle Herbstmotive. Aber keines, das die lustvolle Freude an den letzten Sommertagen und gleichzeitig die melancholische Vorfreude auf den Herbst abzeichnet. Beim Betrachten der Sommerbilder war ich nicht zum ersten Mal begeistert von den farbintensiven Holzschnitten von Frank Eißner. Viele davon zeigen eine nackte Frau am Strand, und viele dieser nackten Frauen lesen selbstvergessen in einem Buch. Diese Sommer-Blätter prägen sich fest ein. 

Ein Blatt ist mir aufgefallen, da ist das Blau in der oberen Bildhälfte, man denkt an den Himmel oder auch das Meer, weniger blau als auf den anderen Exlibris, und das Gelb strahlt weniger, sondern ist matter, ruhiger, gedämpfter. Vielleicht ist um diese nackte lesende Frau in dieser Farbumgebung gerade noch Sommer? Die lesende Frau scheint solchen Fragen keine Aufmerksamkeit zu schenken, vielleicht hat sie nicht einmal bemerkt, dass sich Veränderungen um sie herum vollzogen haben, dass vielleicht der Sommer vorbei ist, denn: Sie liest. Und was das für sie bedeutet, sieht man nicht nur, man kann es auch in einem farbintensiven Schriftfeld lesen: „… LESEN, WELCH GLÜCK!“ Unwillkürlich fällt einem ein bekannter Vers von Johann Wolfgang von Goethe ein: „Welch Glück, geliebt 

zu werden!“ Im Unterschied zu dem Glück, „geliebt zu werden“, das man wirklich nur mit Glück findet, kann man sich das Leseglück selbst schenken, indem man sich dafür entscheidet, sich auf die Gedanken, Gefühle, Geschicke anderer – realer oder fiktiver – Menschen einzulassen, also einfach: zu lesen. Tatsächlich tritt beim Lesen die eigene Lebenssituation in den Hintergrund, und das ist auf Eißners Exlibris deutlich erkennbar. Die dargestellte Frau nämlich ist nicht nackt, weil sie erotisch wirken möchte, sondern weil sie sich mit ihrem Ich völlig offen (mit der Metapher des Unbekleidetseins) ihrem Buch hingibt. Auch wo das geschieht, bleibt letztlich offen und so der eigenen Phantasie überlassen. Die Farben des Holzschnitts – gelb für Sonne und Sandstrand, blau für Meer und Himmel – lassen zwar eine Strandsituation am Meer assoziieren, aber genauso gut könnte die lesende Frau auf ihrem Balkon liegen oder anderswo.

Nun ist Frank Eißner ja bekannt als Meister des Farbholzschnitts, hergestellt in der Technik der verlorenen Form. Er druckt also seine Arbeiten nicht von mehreren Platten, sondern benutzt nur eine Platte, die er nach jedem Druck mit einer Farbe weiter bearbeitet, so dass die vorige Form verloren ist und bleibt. Das geschieht bis zu sieben Mal. Die unterschiedlichen ästhetischen Ergebnisse, die auf diese Weise entstehen, erzeugen bei den BetrachterInnen unterschiedliche subjektive Wahrnehmungs- und Deutungsweisen; bei mir beispielsweise die der verrinnenden Zeit, des verlorenen Sommers, wenn ich das hier beschriebene linke Exlibris mit dem rechten Blatt aus einer anderen Druckversion vergleiche, auf dem das Blau einem Schwarz, durch das noch helle Punkte durchschimmern, gewichen ist. 

Doch zurück von der Technik zum Thema des Exlibris, und das ist das Glück des Lesens. Und für dieses Glück sollten wir uns nicht nur im September Zeit nehmen.

Ulrike Ladnar