Heinz Decker zum DEG-Ehrenmitglied ernannt

DEG-Ehrenmitgliedschaft für Heinz Decker

Auf der DEG-Jahrestagung 2020 in Bad Bramstedt wollte der DEG-Vorstand unser langjähriges Mitglied Heinz Decker für seine herausragenden Verdienste um das Exlibris und um die Deutsche Exlibris-Gesellschaft auf besondere Weise würdigen. Da die Tagung Corona-bedingt leider abgesagt werden musste, eine Ehrung in großem gesellschaftlichem Rahmen zurzeit also nicht möglich ist, möchten wir diese Ehrung nun auf unkonventionellem Wege vornehmen.

DEG-Mitglied seit 1992, fungierte Heinz Decker bereits ein Jahr darauf als Rechnungsprüfer und übte dieses Amt bis zum Jahr 2000 aus (1993 bis 1996 gemeinsam mit Dr. Wolfgang Pungs und 1997 bis 2000 mit meiner Wenigkeit). An diese Prüfungen im Haus des damaligen DEG-Schatzmeisters Claus Wittal, der unser beider guter Freund war und leider viel zu früh verstarb, erinnere ich mich noch sehr gut und sehr gern.
Im Jahr 2000 wurdest Du, lieber Heinz, dann zum ersten Mal als Redakteur des Jahrbuchs in den DEG-Vorstand gewählt. Zweimal wiedergewählt, hast Du das Amt bis 2012 ausgeübt und die wichtigste Publikation der DEG auf hohem Niveau gehalten. Zu den herausragenden Veröffentlichungen in dieser langen Reihe zählte sicher das Jahrbuch 2004, das Du „Jüdischer Kultur und Exlibriskunst“ gewidmet hast.
Nach diesem Jahresdutzend als Jahrbuchherausgeber hast Du Dich noch einmal für vier weitere Jahre in den Vorstand wählen lassen, diesmal als Vizepräsident. Nach 16-jähriger Vorstandsarbeit schließlich hast Du nicht mehr für ein Vorstandsamt kandidiert, wurdest aber in den DEG-Beirat berufen und dientest der DEG als Beiratsmitglied noch weitere vier Jahre bis 2020. Parallel dazu hast Du von 2012 bis 2019 auch noch die Homepage der Gesellschaft betreut, der Du bis heute mit gelegentlichen Beiträgen verbunden geblieben bist.

Über diese DEG-bezogenen Tätigkeiten hinaus hast Du die Exlibriswelt als überaus produktiver Autor einer kaum überblickbaren Anzahl an Schriften bereichert, worunter sich mindestens sechs Bücher und Kataloge befinden. 

2006: Von Johann Baptist Fischart bis Ernst Jünger – Dichterexlibris (Schätze der Exlibriskunst, Bd. 5); 2009: Bühnen-Bilder. Exlibris rund ums Theater (mit Deiner Frau Ulrike Ladnar); 2010: Exlibris zum Friedrichshagener Dichterkreis (mit Ulrike); 2014: Totentanz und Kleine Randbemerkungen zum Krieg – Die Kriegsvisionen von Michel Fingesten; gleichfalls 2014: Deutsche Exlibriskunst. Vom Jugendstil bis heute; 2020: Water, water everywhere (mit Ulrike).
Neben diesen Veröffentlichungen steht eine immense Anzahl von Aufsätzen und Artikeln, die Du für
deutsche, schweizerische, österreichische, englische Zeitschriften, Magazine und Jahrbücher geschrieben hast, und eine gleichfalls große Anzahl von Beitrags-Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche und umgekehrt, wobei Dir Deine „Vergangenheit“ als Dozent am University College in Dublin und Lehrer, Studienrat und Studiendirektor am renommierten Frankfurter Goethe-Gymnasium, der v. a. mit dem Fach Englisch betraut war, sicher zugutekam.
Deine Arbeit als Autor, in der Du Dich längst nicht nur, aber doch immer wieder, mit literarischen Themen befasst hast, zeichnet sich in hohem Maße durch sachliche Kompetenz aus. Dabei zieht sich Deine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte und neue Erkenntnisse auf unserem Gebiet wissenschaftlich anspruchsvoll und fundiert, aber dennoch allgemein verständlich und anregend zu präsentieren, wie ein roter Faden durch Dein Werk.

Ebenso wie Humor und Esprit, die Du auch in so manchem Zwischenruf, dieser oder jener Rezension oder Mitteilung versprüht hast. Unvergesslich zum Beispiel Deine Wortschöpfung: „Speck für die SammlermäusInnen“ in einer Glosse zu einem Beitrag über „buchgerechte“ Exlibris in den DEG-Mitteilungen 2010. Oder „Katzenklärchen“, was sich daraus ergab, dass Du früher Exlibris, die in Büchern klebten, die Du auf Flohmärkten gefunden hattest, in Deinem eigenen Computerverzeichnis als „Klärchen“ bezeichnetest, d. h. es war zu klären, wer der Künstler war; und da das erste von Dir aufgefundene Bücherzeichen dieser Art ein Universalexlibris war, das neben dem handgeschriebenen Namenseintrag ein Katzenmotiv aufwies, nanntest Du es eben „Katzenklärchen“; so von Dir erzählt in einem Deiner Beiträge für die DEG-Mitteilungen 2020. Oder die Betreff-Überschrift „Beirexit“ in einer Mail von Dir an mich, auch aus diesem Jahr 2020, in der es noch einmal um Dein Ausscheiden aus dem Beirat ging.

Dein Wirken für das Exlibris, die DEG und die Exlibristen war und ist geprägt von uneigennütziger Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit, von Integrität und Verantwortungsbewusstsein.

2016 hat Dir der DEG-Vorstand für Deine vielfältigen einschlägigen Verdienste die Walter-von-Zur-Westen-Medaille verliehen.

 

2020 hat der Vorstand den Beschluss gefasst, Dich zum Ehrenmitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft zu ernennen. Dazu überreichen wir Dir die von Joke van den Brandt gestaltete Urkunde und fügen unseren ganz herzlichen Glückwunsch hinzu!

Henry Tauber für den DEG-Vorstand

Altena, 1. November 2020

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