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Über das Exlibris

WAS IST EIN EXLIBRIS

Ein Exlibris ist eine kleine von einem Künstler gestaltete Grafik,

auf der eine meist bildliche Darstellung zu sehen ist und neben dem Wort Exlibris der Name des Bucheigners. Dieses Blatt wird auf der Innenseite des Bucheinbandes eingeklebt und soll verdeutlichen, wem das Buch gehört.

Erich Erler-Samedan: Exlibris für Adolf Bial, Klischee, o. J.
Josef Werner: Exlibris für Elke Werner, Radierung, o. J.
Wim Zwiers: Exlibris, CGD, o. J.
Hedwig Pauwels: Exlibris für H. Appels, Radierung, 2003

Die Sitte, ein Buch mit einem gedruckten Exlibris (ex libris = aus den Büchern = aus der Bibliothek) zu kennzeichnen, geht auf die Zeit Dürers zurück, war ursprünglich reiner Eigentumsnachweis und entwickelte sich danach zu einer eigenständigen Kunstform.

Inzwischen stehen den eher funktionsgebundenen, meist schlichten Gebrauchsexlibris freier und aufwändiger gestaltete Kunst- und Sammlerexlibris gegenüber. Sie fallen schon durch ihre Größe auf, sind reine Sammlerstücke. Heute nähern sie sich freien Grafiken, auf denen möglichst klein und unauffällig noch das Wort Exlibris (auch abgekürzt Exl.) und der Eignername (oft nur als Initialen) auftauchen.

Die Bandbreite der Motive auf zeitgenössischen Exlibris erstreckt sich über alle denkbaren Themen vom berufsbezogenen Exlibris, z. B. für einen Arzt oder Rechtsanwalt, über Landschaften, Literatur und Mythologie bis zu Totentanz und Memento Mori, von archäologischen Inhalten bis zu Teufels- oder Aktdarstellungen. Auch freizügig-erotische Blätter sind beliebt unter den Sammlern.

Drucktechnisch finden sich alle denkbaren druckgrafischen Techniken. Vom Holzschnitt über den Kupferstich, die Radierung und die Lithografie bis zum CGD-Exlibris, d.h. dem mit Hilfe des Computers komponierten Blatt.

Geschichte

David Bekker: Exlibris für Dr. Wolfgang Jensch, Radierung, 1999
N. N.: Exlibris für die Hof- und Staatsbibliothek München, Radierung, 1746

Die Geschichte des Exlibris als gedrucktes Bucheignerzeichen beginnt mit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, die eine Ausbreitung des Buchdrucks und damit die Entstehung und Vergrößerung privater Bibliotheken ermöglichte. Holzschneider wie Dürer oder Cranach fertigten erste gedruckte Bucheignerzeichen. Handschriftliche Eigentumsvermerke bzw. das bislang übliche Einmalen oder Einprägen des Eignerwappens erwiesen sich nun als zu aufwändig. Eine andere Besitzkennzeichnung lag nahe.

So wurden bereits Ende des 15. Jahrhunderts kleine Grafiken geschaffen, als Zettel gedruckt und vervielfältigt, sowie in Bücher geklebt. Zunächst waren es meist Holzschnitte, dann Kupferstiche mit Wappen, Ornamenten, symbolischen oder bildhaften Darstellungen in Verbindung mit den Worten “Ex libris”. Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieb das Wappen wichtigstes Gestaltungselement. Erst Ende des 19. Jahrhunderts verlor das Exlibris seinen reinen Eigentumscharakter, es wurde auch zum Sammel- und Tauschobjekt. Eine Blüte der Exlibriskunst setzte ein.

Kaum ein namhafter Künstler der Jahrhundertwende, der nicht auf diesem Gebiet tätig war. Noch heute sind Jugendstilblätter von Heinrich Vogeler, Franz von Bayros, Alfred Cossmann und anderen begehrte Sammelobjekte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich in Europa eine neue, noch intensivere Welle der Exlibris“produktion” und des Sammelns, zunehmend auch über Ländergrenzen hinweg. Heute finden sich weltweit Künstler und Sammler, die Exlibris schaffen bzw. für sich bestellen.