Exlibris des Monats Februar 2020

Exlibris des Monats Februar 2020 – Ivo Mosele: Exlibris für Giancarlo Torre, 2010, Radierung Federico Fellini, der mit Filmen wie „La Strada“ oder „La Dolce Vita“ den italienischen Film berühmt gemacht hat, wäre dieses Jahr hundert geworden. Seinen Aufstieg in der Filmwelt verdankt er auch seinem Freund Ennio Flaiano, der zu vielen Filmen das Drehbuch schrieb. Fellinis Film „Otto e mezzo“ (8 ½) hat Giancarlo Torre 2010 als Thema für sein Exlibris von Ivo Mosele gewählt Bereits 2012 habe ich in meinem Artikel „Chapeau … Cock your hat – angles are attitudes“ für das „Exlibris Chronicle der American Society of Bookplate Collectors“ einiges über dieses Exlibris geschrieben (1), das ich für den heutigen Anlass übersetzt habe: Auf Ivo Moseles witziger Radierung für Giancarlo Torre dominieren Hüte. Achteinhalb Hüte verweisen auf das Thema dieses Blattes, das jedoch nicht Federico Fellini, dem großen Filmregisseur, gewidmet ist, sondern seinem Freund, dem Autor des Drehbuchs seines Films „Otto e mezzo“ (8 ½), Ennio Flaiano. Flaianos Augen hinter dunklen Brillengläsern schauen den Betrachter kryptisch an, der vielleicht über die Bedeutung der achteinhalb Hüte nachdenkt. Dass es immer derselbe Hut zu sein scheint, macht die Lösung des Rätsels nicht einfacher. In C. G. Jungs ´Tiefenpsychologie´, die Fellini in dieser Zeit beeinflusste, sind Hüte in Träumen ein Zeichen für die Persönlichkeit des Träumenden. Sein Film visualisiert Übergänge von der realen Welt in eine Traumwelt und umgekehrt. Die Manifestation von Hüten aus der realen Welt wird zu einem visuellen Experiment von Mosele, das seinen Ursprung im Gehirn des Drehbuchautors Flaiano hat. Der Künstler liefert damit eine weitere Interpretation des Filmtitels, die sich bis dahin nur auf die bisher von Fellini realisierten achteinhalb Filme bezog. (1) http://exlibrischronicle.blogspot.com/2012/10/chapeau_7.html (gesehen am 24.1.2020) For our English speaking friends the original text: Hats dominate on Ivo Mosele’s witty etching for Giancarlo Torre. Eight and a half hats hint at the theme of this plate which, however, is not dedicated to Federico Fellini, the great film director, but to his friend, the author of the script of his film Otto e mezzo (8 ½), Ennio Flaiano. Flaiano’s eyes behind dark rimmed glasses are looking cryptically at the viewer who is perhaps pondering about the significance of the eight and a half hats. That it seems to be the same hat always does not make the enigma less difficult to solve. In C. G. Jungs’s depth psychology which influenced Fellini during this period hats in dreams are a mark of the persona of the person dreaming. His film visualises transitions from the real world into a dream world and vice versa. The manifestation of hats from the real world is turned into a visual experiment of Mosele that has its origin in the brain of the scriptwriter Flaiano. The artist thus provides a further interpretation of the film title that up to then only referred to the eight and a half films that Fellini had so far completed. (Heinz Decker)

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