Zum Tod von Wim Zwiers

In seinem 98. Lebensjahr starb am 14. November 2019 der niederländische Grafiker, Zeichner, Maler, Bildhauer und Hochschullehrer Wim Zwiers in Amsterdam. Am 17. Mai 1922 in Rotterdam geboren, ging er dort nach dem Oberschulabschluss auf die Akademie der Bildenden Künste, wo er von 1946 bis 1964 auch als Dozent für grafische Techniken lehrte. 1964 bis 1974 stand er der Academie Minerva in Groningen als Direktor vor.
Zwischen 1943 und 2016 – rund 74 Jahre lang! – schuf Zwiers weit über 500 Exlibris und Gelegenheitsgrafiken, v.a. als Kupfer- oder Holzstiche. Es dürfte weltweit wohl kaum eine/n Exlibriskünstler/in geben, der/die auf eine derart lange Schaffenszeit zurückblicken kann.
Nicht nur die niederländische Exlibriswereld verliert mit Wim Zwiers einen wichtigen Impulsgeber, auch der Deutschen Exlibris-Gesellschaft stand er insbesondere im letzten Jahrzehnt des 20. und im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts nahe. Zwiers war Mitglied der DEG von 1992 bis 2007, nahm an den DEG-Jahrestagungen teil und schuf etliche Exlibris für DEG-Mitglieder.
Ab etwa 1992 – mit 70 Jahren! – befasste sich Zwiers mit Computer-Exlibris (CAD bzw. CGD). Zwar gehörte er nicht zu den ersten, die sich auf diesen Weg machten, aber kraft seiner Reputation in der Exlibriswelt sehr wohl zu denen, die dem CAD-Exlibris zu einer (allmählich größer werdenden) Akzeptanz verhalfen.
ht

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