Exlibris des Monats September

Exlibris des Monats September: Karl Bloßfeld: Exlibris für Dr. med. A. Bräuer, Radierung, 1950

Am 1. September 2019 jährt sich zum 80. Mal der Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen.

An diesem Tag wird in Deutschland der Antikriegstag begangen, um der Opfer dieses und aller anderen Kriege zu gedenken. Leider ist sich die Welt wie in vielem andern auch nicht einig darüber, an welchem Tag international die Forderung nach Frieden vertreten werden sollte. Vor der Wiedervereinigung feierte bereits die DDR an diesem Tag viele Jahre lang den Friedens- (auch Weltfriedens-)Tag, in der BRD wurde seit 1956 ein Antikriegstag begangen. Die katholische Kirche begeht ihren Weltfriedenstag am 1. Januar, die Vereinten Nationen haben ihren International Day of Peace am 21. September auf dem Programm. Diesem Datum hat sich auch der Ökumenische Rat der Kirchen mit einem Internationalen Gebetstag für den Frieden angeschlossen, um alle Kräfte, die für den Frieden werben, zu unterstützen. – Trotz der vielen Gedenktage allerdings sind wir noch weit entfernt vom allgemeinen friedlichen Zusammenleben aller Menschen auf der Welt.

Gegen den Krieg und für Frieden wirbt auch das Exlibris, das der deutsche Exlibriskünstler Karl Bloßfeld (1892–1975) für den Großsammler Dr. Arthur Bräuer radiert hat. Über eine rurale Landschaft, in der sich Scharen von miteinander Kämpfenden tummeln, schreitet die monsterhafte Figur des Kriegs, die in der linken Hand eine Schar Menschlein zerdrückt. Wo das riesige affenartige Monster hintritt, hinterlässt es eine Spur der Zerstörung. Bei der Bildkomposition hat sich Bloßfeld vielleicht von der ersten direkt für den Film erfundenen Monsterfigur King Kong (1933) inspirieren lassen. Im Hintergrund sehen wir als Gegenbild im hellen Licht eines Strahlenkranzes einen antiken Frauenkopf als Symbol des Friedens. Das Motto „IN ARTE PAX“ (In der Kunst ist Frieden) verrät die Intention von Künstler und Auftraggeber.

(Heinz Decker)

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